LUXEMBURG
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Covid-19: Luxemburg passt seine Detektionsstrategie an - Virus forderte bislang 23 Tote - 2.178 Infizierte

Es sind die Zahlen, auf die Luxemburg seit Wochen am gespanntesten wartet: der aktuellste Stand der Opfer und Infizierten der Coronavirus-Seuche. Leider ist die Zahl der Todesfälle gestern wiederum um einen gestiegen. Covid-19 hat bislang 23 Opfer gefordert. 2.178 Bürger wurden derweil positiv auf das Virus getestet, 190 mehr als am Montag. Das Gesundheitsminsterium hat die Zahlen mittlerweile ein wenig mehr detailliert: 1.883 der Infizierten sind Ansässige, 295 Nicht-Ansässige. Wieviel Einlieferungen in Kliniken es gestern gab, wurde allerdings nicht angegeben. Am Montag waren es 202.

Dafür werden die Coronavirus-Tests angegeben: sie summieren sich seit Ausbruch der Krise auf 17.511, das sind 1.312 mehr als am Montag. Das heisst, dass massiv getestet wird, um Infizierte schnell zu isolieren. In diesem Sinne ging am Montag auch ein Rundschreiben der „Direction de la santé“ an die Ärzteschaft raus, in der von einer Anpassung an die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation die Rede geht, die „tests à large échelle“ empfiehlt.

Tests schon bei Anzeichen von Symptomen

Die „Direction de la Santé“ empfiehlt demnach fortan einen biomolekularen Covid-19-Test wenn auch nur der Verdacht auf eine Infektion besteht. Symptome einer Infektion sind Fieber, Husten und Atembeschwerden. Nun können die Ärzte also auch einen Test verschreiben, wenn es auch nur Anzeichen davon gibt. Ein Test wird ausserdem für jegliches Personal in einer Pflegestruktur empfohlen, das im engen Kontakt (während mindestens 15 Minuten auf weniger als zwei Meter Distanz und ohne adäquaten Schutz) mit einem positiv getesteten Patienten stand. Zur Vorbeugung einer Übertragung des Erregers sollen Betroffene sofort einen Mundschutz tragen. Gesundheitsministerin Paulette Lenert hatte es bereits am Montag angekündigt: Mitarbeiter aus dem Pflege- und Gesundheitssektor mit Covid-19-Symptomen müssen das sofort melden und dürfen nicht mehr zur Arbeit.

Post mortem getestet werden nun auch Verstorbene in den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, deren Krankheitsbild dem Covid-19-Verlauf ähnelt. Die „RT-PCR“ genannten Tests werden durch Abstriche in der Nase oder im Rachen durchgeführt. Und zwar in der Regel durch dafür ausgebildetes und geschütztes Labor-Personal und nicht durch anderes medizinisches Personal. Die Abstriche können Niesen oder Husten auslösen, deshalb muss bei der Durchführung adäquate Schutzkleidung und vor allem eine FFP2-Schutzmaske getragen werden.

Das Rundschreiben der „Santé“ geht auch auf die Bluttests ein, die „in den kommenden Tagen“ von Labors angeboten werden dürften, um eine Covid-19-Infektion festzustellen. Solche Tests zeigen allerdings lediglich auf, ob der Organismus eine Immunität gegen das Virus aufgebaut hat. Daraus sei dann nur zu schließen, ob der Patient bereits eine Erkrankung hinter sich hat.