PASCAL STEINWACHS

So langsam aber sicher wird es ernst mit dem Bald-nicht-mehr-Premier-Sein des Bald-nicht-mehr-Premierchefs, wird dieser doch am Freitag von der Immer-noch-Bundeskanzlerin zu einem Tête-à-tête mit anschließendem Abendessen auf Schloss Meseberg (das ist das Gästehaus der Deutschregierung) eingeladen, und zwar in seiner Funktion als „scheidender luxemburgische Ministerpräsident“, wie es auf der Webseite der Kanzlerin heißt. Warum? Weil sie ihm „damit für die langjährige, sehr gute Zusammenarbeit und sein Engagement für Europa danken“ will. Da hat wohl einer ein schlechtes Gewissen, hatte doch seinerzeit ausgerechnet Merkel zusammen mit dem damaligen Franzosenchef Sarkozy dafür gesorgt, dass Juncker den Posten des ersten ständigen Ratspräsidenten nicht bekommen hat. Da ist so ein läppisches Abendessen ja wohl das mindeste.

Apropos Juncker: In den „Deutsche Wirtschafts Nachrichten“ wird der Premierchef in einem „Der Pate tritt ab“ überschriebenen Artikel als „Verbündeter“ der Banken bezeichnet, der „den Weg Luxemburgs zu einem Steuerparadies“ ermöglicht habe, aber hier wird die neue Regierung auch „sozialistisch geführt“. Wo führt das noch hin...