CLAUDE KARGER

„Vade retro Harry Potter“, heißt es neuerdings in einer katholischen Schule in Tennessee, „wëll d‘Zauberspréch vum Lord Voldemort & Co e schlëmmt Däiwelswierk solle sinn“, wie RTL online gestern meldete. Der Schulleiter habe „die Entscheidung in Absprache mit Exorzisten in den USA und in Rom getroffen“, zitierte die Deutsche Presseagentur das Lokalblatt „The Tennessean“, das angeblich eine E-Mail der Schule in die Finger bekam, in der es heißen soll, die Zaubersprüche und Flüche in den Büchern könnten beim Lesen tatsächlich „böse Geister“ beschwören. Und tatsächlich fühlten wir uns bei der Lektüre dieser „News“ wie von „Rictussempra“ getroffen - das ist im „Potter“-Universum der Kitzelfluch, bei der das Opfer unkontrolliert lachen muss.... Aber im Ernst: Sollten sich die römischen Kardinalsmützen nicht mal mit der Entzauberung der arg fabulierenden Lokalhirten befassen, „merde alors!“? Ups, hoffen wir, dass diese Zauberformel nicht Konsequenzen im Wortsinn zeitigt und dass wir da nicht zu schnell geflucht haben. Sorry - „deformatio professionum“ - wir sind eben vom „nervösen Fach“, wie der Ex-Kollege und heutige Chef des Zentrums für die luxemburgische Sprache im „Wort“ den Journalismus bezeichnete. Herr Marteling gelobte dort übrigens, seine Aufgabe „mat Wuppes“ anzugehen. Das ist auch nötig, „Poznennö!“