LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Biotop zerstört: 4.500 Euro Strafe - und Wiederherstellung angeordnet

Die 19. Strafkammer am Bezirksgericht Luxemburg verurteilte am Freitag zwei Männer und ihre Firma wegen Zerstörung eines Biotops und unerlaubten Arbeiten an einem Bach zu Geldstrafen von jeweils 1.500 Euro. Der Bagger wurde beschlagnahmt.

Die Männer haben zwölf Monate Zeit, den Urzustand des Biotops wieder herzustellen. Sollte dies nicht erfolgen und der ursprüngliche Zustand des Biotops nicht wieder hergestellt werden, müssen die Verurteilten eine Geldstrafe (als alternative Sanktion) von 10.000 Euro bezahlen.

Die Fakten gehen auf Ende September 2018 zurück. In Luxemburg stehen bestimmte Biotoptypen aufgrund ihrer Bedeutung für den Naturhaushalt und die biologische Vielfalt unter unmittelbarem gesetzlichem Schutz. Die bloße Existenz des Biotops genügt, um einen solchen besonderen Schutz auszulösen. Niemand darf hier dann Handlungen vornehmen, die im einzelnen das Biotop zerstören oder sonst erheblich beeinträchtigen würden. Das aber hatten die zwei Männer nicht so gesehen. Sie hatten unter anderem auf einer Länge von 360 Metern an einem Bach entlang, dem „Alburerbaach“ in der Gemeinde Lenningen, größere Erdarbeiten angeordnet. Dabei wurde der Bach umgeleitet. Die Arbeiten wurden allerdings ohne Genehmigung „mit einem Bagger“ausgeführt, was zu einer Zerstörung des Biotops und einer erheblichen Beeinträchtigung von Lebensräumen mit ihrer typischen Flora und Fauna führte.