LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Ohne Leine unterwegs: Hundehalter soll Bewährungsstrafe bekommen

Im Mai 2018 hat in Mersch ein Jack Russel-Terrier einen anderen Hund angefallen und mehrmals in Kopf und Hals gebissen. Der Hund, ein Malteser, wurde schwer verletzt. Die Hundebesitzerin, die mit drei Hunden im Park unterwegs war und ebenfalls attackiert wurde, konnte sich vom Terrier losreißen. Den Hund schmiss sie ins Gestrüpp. Das gefiel dem Besitzer des Terriers nicht. Er meinte ganz schroff, sie müsse seinen Hund loslassen. Die Frau musste mit ihrem Hund zum Tierarzt und begab sich danach selbst in die Klinik, wurde sie doch die Hand und in den Arm gebissen. Ein fester Stützverband aus Gips war nötig, der zur äußeren Stabilisierung des Arms angelegt wurde. Die 27-Jährige musste Medikamente nehmen und war fünf Tag krank geschrieben.

Der 80-jährige Terrier-Besitzer stand nun vor Gericht, weil er der Anklage zufolge den Hund frei im Park in Mersch herumlaufen gelassen hat.

Der Besitzer des Tieres musste sich bereits zum zweiten Mal wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht verantworten. Denn sein Hund hatte schon vorher einen Menschen gebissen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 80-jährigen Mann unter anderem vor, ein zu schwaches Halsband verwendet zu haben, weshalb sich der Hund überhaupt erst habe losreißen können.

Zum Prozessauftakt entschuldigte sich der Mann bei der Besitzerin des Maltesers und bedauerte den Vorfall zutiefst. Jack Russel sind furchtlose Hunde, raufen sich auch mit größeren Artgenossen, warum dieser Jack Russell zum zweiten Mal einen Hund und einen Menschen anging, ist unklar. Der Vorsitzende Richter meinte, vielleicht sei der Mann zu alt, um solch einen Charakterhund zu besitzen. Immerhin gebe es im sozialen Miteinander Hunde, die eine ganze Reihe von Stressfaktoren aufweisen, die sich als aggressionsfördernd erweisen können. Soziale Ängste, Furcht und Unsicherheiten könnten weitere Stressfaktoren sein.

Zu den wichtigsten Voraussetzungen gehöre das Bewusstsein über mögliche Folgen, und dies fehle dem Angeklagten. Das könne von der Staatsanwaltschaft nicht toleriert werden, sagte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft und forderte für den Angeklagten eine Bewährungsstrafe von zwei Monaten und eine Geldstrafe.

Das Urteil wird am 7. März gesprochen.