LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Diana und Paul Zeimes haben eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um kleine Betriebe zu unterstützen

Vor rund einem Jahr haben Diana und Paul Zeimes eine Immobilienagentur in Echternach gegründet. Wie die Krise den Immobiliensektor getroffen hat, ist derzeit noch nicht wirklich einschätzbar. Zwar seien viele Menschen derzeit noch auf der Suche nach einer Immobilie, dennoch verunsichere die aktuelle Situation viele Menschen, zumal nicht klar ist, wie lange sie noch andauern wird. Um ihre Zeit in Quarantäne sinnvoll zu nutzen und anderen Selbstständigen eine Stütze zu bieten, hat sich das junge Ehepaar etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Sie sammeln Spenden, um denen zu helfen, die sich derzeit in einer kritischeren Lage befinden – mit Immobilien hat ihre solidarische Aktion allerdings nichts zu tun.

Zusammen stark

Zusammen stark, so lautet das Motto des Ehepaars Zeimes, das derzeit nicht nur seinem eigentlichen Beruf nachgeht, sondern mit Textil gegen die extremen wirtschaftlichen Ausmaße ankämpft, die die Covid-19-Pandemie derzeit auch im Großherzogtum mit sich zieht. „Wir haben seit der Corona-Krise bemerkt, dass man als neues Unternehmen derzeit schnell in eine schwierige oder kritische Situation gelangen kann“, erklärt Diana Zeimes. Sie und ihr Mann schätzen sich extrem glücklich darüber, dass sie zurzeit noch keine akuten Probleme haben, kennen aber viele Personen, die sich auch erst vor kurzem selbstständig gemacht haben, oder gerade noch dabei sind, sich etwas aufzubauen und mittlerweile immer mehr in den Teufelskreis der Pandemie verwickelt werden.

Eine Situation, die den Unternehmern zu denken gab und der sie mit Solidarität entgegenwirken wollen. „Da auch wir in dieser Zeit zuhause sind und nicht viel arbeiten können, wollten wir uns anderweitig nützlich machen. Wir haben uns zusammengesetzt und überlegt, was wir tun können, um Menschen zu helfen, die diese Pandemie schwer getroffen hat. Daraufhin kam mein Mann auf die Idee, T-Shirts zu verkaufen“, erläutert die Immobilienmaklerin im Interview. Aus dieser Idee wurde eine Internetseite geschaffen, auf der nicht nur T-Shirts, sondern auch Hoodies und Stofftaschen, die mit den Hashtags #Bleifdoheem, #Zesummenstaark und vielem mehr bedruckt sind, verkauft werden.

Was auf den ersten Blick vielleicht etwas verwirrend wirkt, entstand aus der Zusammenarbeit mit der luxemburgischen Druckerei made4you. Zwar wurde zuerst ein Großkonzern mit der Produktion der Textilien beauftragt, allerdings nur zum Übergang, bis das lokale Unternehmen sich sowohl auf die Masse der Produktion als auch auf die unterschiedlichen Waren vorbereiten konnte.

Auch wenn Textilien herzustellen nicht auf Anhieb das ist, womit man eine Immobilienagentur verbindet, so war es für das Ehepaar von Immo Zeimes der einzig logische Schritt: „Wir wollten etwas verkaufen, woran die Leute Gefallen finden – etwas, das sie gerne bestellen“, verrät Diana Zeimes.

Keine einfache Wahl

Bei den Unternehmen, die hier unterstützt werden, handelt es sich in erster Linie um kleine Betriebe, die ohne Spendenaktionen höchstwahrscheinlich schließen müssten. „Ich denke hierbei beispielsweise an unsere Friseure, Fleuristen oder den Bäcker von nebenan. Unsere Befürchtung ist einfach, dass es eben diese charmanten, kleinen Läden nach der Krise nicht mehr geben wird, wenn sie jetzt keine Hilfe bekommen. Sich ein T-Shirt zu kaufen ist nicht unbedingt ein großer Schritt, doch das, was mit diesem Kauf umgesetzt werden kann, kann für jemand anderes etwas sehr Großes bedeuten.“

Und in der Tat kann bereits der Kauf nur eines Artikels Großes bewirken. Für jedes verkaufte Teil werden jeweils 10 Euro an kleine Unternehmen gespendet, die mit diesem Geld überlebenswichtige Rechnungen wie beispielsweise die Miete oder Bestellungen zahlen können.

Eine ganze Reihe an kleinen Firmen hat sich bereits an das Ehepaar Zeimes gewandt und zwei Unternehmen konnten mittlerweile schon finanziell unterstützt werden, doch die Aktion wird auch weiterhin fortgeführt, auch wenn die Auswahl dem Paar unheimlich schwer fällt. „Es ist natürlich keine einfache Aufgabe auszuwählen, wer mit dieser Spendenaktion unterstützt wird. In erster Linie haben wir geschaut, welche Betriebe Rechnungen offenstehen haben, die überlebenswichtig sind. Demnach wurden erst Unternehmen ausgewählt, die dringend Einnahmen gebraucht haben, um überhaupt bestehen zu können“, erklärt Diana Zeimes. Bei den ersten zwei Firmen, die unterstützt wurden, handelt es sich um Unternehmen, die ihre laufenden Kosten, wie beispielsweise die Miete, nicht mehr decken konnten. Auch künftig können sich Betriebe, die sich ohne finanzielle Hilfe in der Bredouille befinden würden, an Frau und Herrn Zeimes wenden. „Wir können leider keinem versprechen, dass wir ihre Kosten mit Sicherheit decken können und können auch nicht jedem helfen, aber wir versuchen, die auszuwählen, bei denen wir auch tatsächlich etwas bewirken können. Wenn wir sehen, dass jemand beispielsweise 10.000 Euro an laufenden Kosten zu decken hat, ist dies für uns leider unrealistisch, weil wir nicht so viel produzieren, verkaufen und einnehmen können. Es gibt allerdings viele kleine Unternehmen, denen man mit 2.000 oder 3.000 Euro schon ungemein helfen kann“, verrät die Unternehmerin weiter.

Bislang seien die zwei Immobilienunternehmer vom Feedback der Einkäufer überwältigt. Ihr Ziel war es zwar von vornherein, andere Unternehmen bestmöglich zu unterstützen, allerdings hätten sie eine solch positive Resonanz nicht erwartet. „Man kann nun natürlich sagen, wir hätten bislang ‚nur‘ zwei Familien geholfen, aber wir wissen, was für Summen hier gesammelt wurden, und wie sehr es diesen Menschen hilft, durch diese Krise zu kommen“, freut sich Diana Zeimes über die aktuelle Teilnahme der Menschen.

Die Kollektion an T-Shirts, Hoodies und Stofftaschen gibt es unter www.immozeimes-charity.lu