LUXEMBURG
RENÉ B. MENEGHETTI

Auch wenn auf der Ebene der stationären Therapie seit einigen Jahren manches in Bewegung ist: geeignete Therapiemöglichkeiten für Jugendliche oder junge Erwachsene zu finden, die eine Drogenabhängigkeit entwickeln, ist schwierig. Der „Service Impuls de Solidarité Jeunes“ hat zu diesem Zweck ein neues Programm gestartet. Mit „Option mineur“ beziehungsweise „Option majeur“ können junge Menschen mit einem Abhängigkeitsproblem schnellen Zugang zu Therapieplätzen im Ausland erhalten. Die a.s.b.l. begleitet diesen Prozess und versucht gleichzeitig, optimale Bedingungen für ihre Rückkehr zu schaffen. Der Impuls-Direktionsbeauftragte René Meneghetti erklärt, was es damit auf sich hat. 

„Als wir festgestellt haben, dass wir junge Menschen, die durch den Konsum von Drogen ein Abhängigkeitsproblem entwickeln, hierzulande noch nicht optimal behandeln können, haben wir uns im Ausland auf die Suche nach Alternativen gemacht, in denen ein längerer therapeutischer Aufenthalt möglich ist. Diese Strukturen haben wir in Italien, Portugal und Frankreich auch gefunden. Ziel ist es, schnell eine Therapiezuweisung vornehmen zu können statt lange auf Listen warten zu müssen, vor allem aber die jungen Erwachsenen aus ihrem bekannten Umfeld rauszubekommen. In der jeweiligen Struktur im Ausland lernen sie ein anderes Lebensgefühl kennen und müssen mit einer fremden Sprache klarkommen. Dieser Tapetenwechsel soll ihnen ermöglichen, sich neu zu definieren und sich wieder bewusst zu machen, dass sie über eigene Ressourcen verfügen.

Parallel dazu schafft die Therapie im Ausland Distanz zwischen den jungen Menschen selbst und ihren Angehörigen. Das ist wichtig, denn Konflikte aufzuarbeiten braucht Zeit. Wir bieten beispielsweise den Eltern in diesem Prozess eine familientherapeutische Begleitung an. Ziel ist es dabei, ein funktionierendes Zuhause wiederherzustellen, alternativ eine betreute Sozialwohnung zu finden sowie den Rückfall in alte Muster zu verhindern. Der Kontakt mit den Familien wird in Form von geplanten Besuchen - entweder im Therapieort oder in Luxemburg - für die Dauer der Therapie aufrecht erhalten.

Mit diesem Programm wollen wir den jungen Erwachsenen ermöglichen, in einen geregelten Tagesablauf zu finden sowie ein realistische Lebensperspektive zu entwickeln, die beispielsweise durch eine schulisches Angebot vor Ort erste Formen annehmen kann. Zudem versuchen wir, in Luxemburg die Voraussetzungen für einen neuen Start unter positiven Vorzeichen zu schaffen.

Es ist klar, dass es sich bei diesem Angebot nicht um eine Art Urlaub handelt. Die Teilnehmer müssen eine gewisse Abhängigkeitsproblematik aufweisen und motiviert sein, ihre Abhängigkeit unter Kontrolle zu bekommen und sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Zudem muss die Überweisung ärztlich verschrieben werden. Da die CNS nicht alle Kosten übernehmen kann sind wir froh, dass wir eine finanzielle Unterstützung von der ‚Fondation Thierry van Werveke‘ bekommen haben. Zudem haben wir, um das Programm starten zu können, einen Mitarbeiter von unserer a.s.b.l. ‚Solidarité-Jeunes‘ zur Verfügung gestellt bekommen.

Vorerst profitieren schon 18 junge Menschen von diesem Angebot, unser Ziel ist es, bis zu 25 Personen gleichzeitig in Therapie zu haben. Wir hoffen dabei auch weiterhin auf eine Unterstützung von ministerieller Seite.“