LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Start der Ausstellungsreihe „The RAF & Luxembourg: 100 Years“ in der britischen Botschaft

Der Stichtag war eigentlich der 1. April: An diesem Tag wurde die RAF, die „Royal Air Force“, die britischen Luftstreitkräfte, einhundert Jahre alt. Zuvor aufgesplittert in kleinere Einheiten wurde am 1. April 1918 mit der RAF die dritte britische Teilstreitkraft neben Marine und Herr gegründet. Ihre Glanzzeit hatte sie mit spektakulären Erfolgen im Zweiten Weltkrieg, wie dem Sieg in der „Battle of Britain“, der Versenkung der „Tirpitz“, des größten deutschen Schlachtschiffs bei Trondheim und der Zerstörung der Ruhrtalsperren. Im historischen Rückblick wird aber der Bombenkrieg mit Nachtangriffen auf deutsche Wohnviertel, auch wegen der eigenen Verluste, kritisch diskutiert. Der Sieg in der „Battle of Britain“ führte zu Churchills legendärem Dankspruch. „Nie zuvor (…) verdankten so viele so wenigen so viel!“

Großherzog Henri als Überraschungsgast

Der Empfang in der Britischen Botschaft zur Eröffnung eines Ausstellungszyklus‘ über die RAF erhielt gestern Abend zur Freude von Botschafter John Marshall plötzlich einen ganz besonderen Glanz, als für die übrigen Gäste unangekündigt der Ehrengast des Abends eintraf: Großherzog Henri, der die Verbundenheit Luxemburgs mit den britischen Streitkräften so nachhaltig unterstrich. Der Großherzog fungiert auch als Schirmherr der RAF in Luxemburg. Die „Royal Airforces Association“ verfügt auch über eine luxemburgische Abteilung.

Botschafter Marshall unterstrich seinen großen Respekt vor der Leistung der RAF insbesondere im Zweiten Weltkrieg, die entscheidend zur Niederringung von Nazi-Deutschland beigetragen hat. Er wisse, so der Botschafter, dass es eine enge Verbindung zwischen der RAF und Luxemburg und den verschiedenen Widerständlern und Kämpfern gegeben habe oder gibt. Die nach Deutschland nachts einfliegenden Bomberverbände hätten den Luxemburgern „Hope“ (Hoffnung) vermittelt. Die luxemburgische Bevölkerung habe während des Krieges abgestürzten Männern der RAF geholfen oder, wenn diese das „ultimative Opfer“ gebracht hatten, würdig beigesetzt. Insgesamt 26 Mitglieder der RAF sind in Luxemburg bestattet.

Wanderausstellung

Die Ausstellung „The RAF & Luxembourg: 100 Years“ zeigt auf 17 Tafeln die Geschichte der RAF, unterstützt durch verschiedene Memorabilien, die in Luxemburg zusammengetragen wurden. Die Ausstellung wird durch die luxemburgischen Orte wandern, die eine starke Beziehung zur RAF haben, meist durch Commonwealth-Kriegsgräber. Zu diesen Orten gehören Düdelingen. Clerf, Flaxweiler, Ulflingen, Weiswampach und Petingen.