PASCAL STEINWACHS

Derweil eine Mehrzahl von Zeitungen auch noch am Samstag der Vergangenheit nachtrauerte und Seite um Seite mit Erinnerungen an Nelson Mandela füllte, riskierte das „Wort“ am selben Tag einen kräftigen Blick in die Zukunft, indem es seine Leserschaft zu einem regelrechten Xavier-Bettel-Festival einlud. Sensationelle neun Seiten widmete die Erzbistumszeitung nämlich dem neuen Premierchef, der hier dann auch von allen Seiten beleuchtet wird. Nicht immer zu seinem Vorteil, ist doch der beigeordnete CSV-Generalsekretär Pierre Lorang davon überzeugt, dass es Bettel „an geistiger Tiefe“ fehle und dieser „nicht belesen“ sei, derweil es den früheren LSAP-Abgeordneten Ben Fayot jetzt noch vor Bettels „rücksichtslosem Griff nach der Macht“ gruselt, und CSV-Verfassungsexperte Paul-Henri-Meyers das „Grundsätzliche“ und den „Tiefgang“ vermisst.

Eher skeptisch ist auch der Ex-Wirtschaftsberater des Ex-Premierchefs, der als neuer „Wort“-Chefredakteur schon jetzt so seine Zweifel hat, ob Xavier Bettel, der zuvor noch nie „auf einem Sessel am Kabinettstisch Platz genommen“ habe, es jemals schaffen wird, dass späterhin mal eine Straße nach ihm (Bettel, nicht Siweck) benannt werden wird. Nur gut, dass die Erzbistumszeitung sonst keine Sorgen hat...