LUXEMBURG
INGO ZWANK

Umweltministerium arbeitet zurzeit an einem „IAS-Aktionsplan“

Neobiota.lu informiert über invasive fremde Arten (invasive alien species - IAS). Die Website enthält Informationen über die Bedeutung und Verbreitung der IAS in Luxemburg und eine Bibliographie, die sich direkt auf Luxemburg bezieht. Das geht aus einer Antwort von Umweltministerin Carole Dieschbourg (déi gréng) auf eine Anfrage von Jeff Engelen (adr) hervor. Der beschäftigt sich mit dem Einzug der invasiven Arten im Großherzogtum, seien doch viele der heimischen Arten von Aussterben bedroht durch die Verbreitung dieser neuen Arten.

Die Berichterstattung und Früherkennung wird durch artenspezifische Links auf neobiota.lu zum Datenportal des National Museum of Natural History erleichtert. Allgemeine und spezifische Informationen über den institutionellen Rahmen Luxemburgs sowie Aktivitäten und Dokumente im Zusammenhang mit den IAS werden auf dieser Infoseite vorgestellt. Allgemeine Informationen über die Arten sind leicht an anderer Stelle im Netz zu finden. Wie Dieschbourg diesbezüglich ausführt, stehen auf der Liste 61 Neophyten (Pflanzen), 77 Neozoa (Tiere) und zwei Neomyceten (Pilze).

Viele auf natürliche Weise „eingereist“

Auf die Frage, welche dieser Arten einen Einfluss auf die hiesige Flora und Fauna haben, „mit allen negativen oder positiven Aspekten“, präzisiert Dieschbourg, dass viele dieser invasiven Arten Strukturen und Funktion des Ökosystems verändern können, da sie besser „ausgerüstet und dafür auch konkurrenzfähiger sind.“ Heimische Arten hätten oft kein evolutionsbiologisch basiertes Verteidigungssystem gegen diese Arten, wie es aus dem Ministerium heißt.

Im Rahmen der EU-Regelung 1143/2014 muss jeder Mitgliedsstaat eine Analyse von den prioritären Einführungswegen machen und danach einen Aktionsplan aufstellen. In Luxemburg sei bereits eine erste Analyse gemacht worden. Aufgrund dieser Analyse sei das Umweltministerium gerade dabei, einen entsprechenden Aktionsplan zu erarbeiten. Kontrollen würden an der Tagesordnung stehen, um zu verhindern, dass exotische Arten eingeführt werden. Hier sei vor allem der Zoll aktiv. Bezüglich anderer Arten wie Waschbär, Asiatischer Holzbock oder auch Rotwangen-Schmuckschildkröte gebe es schon legale Texte wie auch Schutzmaßnahmen, die den Handel und die Kontrolle abdecken würden.

Dieschbourg präzisiert aber, dass viele dieser invasiven Arten nicht durch illegalen Handel oder Einfuhr ins Land gekommen seien, sondern durch die Einfuhr in anderen EU-Ländern durch natürliche Verbreitung den Weg bis nach Luxemburg gefunden haben.