LUXEMBURG
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Gesundheitskassen-Quadripartite in Mondorf bereitet auch Gesundheitstisch vor

Es wird ein elektronisches System eingerichtet werden, das allen Versicherten die sofortige Erstattung der Gesundheitskosten durch die CNS ermöglicht. Die direkte Leistungsabrechnung („tiers payant“) wird ausgeweitet. Dabei werden hohe Gesundheitskosten priorisiert. Die genauen Modalitäten werden mit der Ärzteschaft ausgehandelt werden“. So steht es im Koalitionsvertrag der DP-LSAP-déi gréng-Regierung, die in der letzten Legislatur mit einer Reihe von Petitionen zur Verallgemeinerung der direkten Leistungsabrechnung konfrontiert war. Sozialminister Romain Schneider (LSAP) will nun offenbar Gas geben bei der Umsetzung eines „tiers payant“ „neuer Generation“, wie es in einer Mitteilung infolge der gestrigen Sitzung der Quadripartite der Gesundheitskasse in Mondorf heißt. Jedes Jahr kommen Vertreter von Staat, Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Leistungsträgern im Gesundheitswesen im Frühjahr und Herbst zusammen, um den Zustand des Gesundheitsversicherungssystems zu begutachten und Verbesserungsmaßnahmen zu treffen.

„Im Zentrum meiner Bemühungen stehen die Versicherten, die derzeit bisweilen hohe Summen für Behandlungen vorstrecken müssen, bevor diese zurückbezahlt werden“, wird Schneider zitiert, „deshalb wird die direkte Leistungsabrechnung eingeführt im Respekt der Bedürfnisse der Versicherten, der Leistungserbringen und der Gesundheitskasse“. Er wolle das Konzept und die Umsetzungsetappen demnächst allen Beteiligten vorstellen, insbesondere der Ärzte- und Zahnärztevereinigung AMMD, die Front gegen die Verallgemeinerung des „tiers payant“ gemacht hatte.

Wo es hakt und wo verbessert werden kann

Bei der gestrigen Quadripartite wurde außerdem der „Gesondheetsdësch“ vorbereitet. Fünf thematische Arbeitsgruppen sollen sich mit folgenden Themen befassen: eine bessere Verzahnung zwischen Kliniken und anderen Gesundheitsakteuren, die Verbesserung der Beziehungen zwischen Versicherten und Leistungserbringern, die Prävention, der Rückgriff auf neue Gesundheitstechnologien sowie die künftige Finanzierung des Gesundheitssystems. „Es geht darum, herauszufinden, wo es hakt und die Grundlagen für ein künftiges innovatives, effizientes und qualitatives Gesundheitssystem zu legen“, sagte Gesundheitsminister Etienne Schneider.

Nach Vorlage der Berichte der verschiedenen Arbeitsgruppen sollen politische Entscheidungen vorbereitet werden. Freuen tun sich die Minister auch über die Wiederaufnahme der Arbeiten in der Nomenklaturkommission, welche unter anderem die Leistungen definiert, die zurückgezahlt werden und die Höhe der Rückzahlungen. Die Ärztevereinigung AMMD hatte sich lange aus den Diskussionen zurückgezogen, ist aber seit Juni wieder dabei. Man will hier nun schnell vorankommen und die Generalüberholung der Nomenklatur abschließen.