LUXEMBURG
CHRISTIAN HILLE

Die Frage nach dem richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkt beschäftigt Anleger seit jeher. Sind die Kurse nicht schon wieder zu weit enteilt, um noch zu kaufen? Oder gilt es, bereits jetzt die Notbremse zu ziehen, um nach den ersten zehn Prozent nicht noch weiteres Geld zu verlieren? Einer Studie des DWS Global Research Institute zufolge handelt es sich dabei jedoch um weitgehend unbegründete Sorgen. „Unsere Untersuchung mit dem Titel ‚Multi-Asset Long View‘ kommt zu dem Ergebnis, dass der Einstiegszeitpunkt bei langfristigen Kapitalanlagen nahezu irrelevant ist“, sagt Christian Hille, Global Head of Multi-Asset bei der DWS.

Lëtzebuerger Journal

Langfristig erhält der Anleger die Risikoprämie einer Anlageklasse

Dies zeigt beispielsweise der Blick auf zwei theoretische Anlagen am US-Aktienmarkt, der durch die Total-Return-Variante des S&P-500-Index repräsentiert werden soll. Der erste Kauf findet Ende April 2000 herum statt, einem Zeitpunkt, zu dem US-Aktien so teuer waren, wie sie es bis gegen Ende 2007 nicht mehr sein sollten. Auf solch hohem Bewertungsniveau einzusteigen, müsste eigentlich eine schlechte Anlageentscheidung gewesen sein. Und tatsächlich: Auf Sicht von fünf Jahren ist ein Minus von vier Prozent p.a. die Folge, binnen zehn Jahren liegt der Verlust immerhin noch bei durchschnittlich knapp einem Prozent.

Doch wie hat sich ein Investment entwickelt, das zwölf Monate später zu deutlich niedrigeren Kursen getätigt wurde? Mit einem Zuwachs von gut zwei Prozent p.a. erweist sich der spätere Einstiegszeitpunkt auf Sicht von fünf und zehn Jahren als die weitaus bessere Wahl. Bei einem Anlagehorizont von 15 Jahren ist der Einstiegszeitpunkt hingegen weitgehend irrelevant für die Wertentwicklung. Selbst ein Anleger, der auf dem Hoch gekauft hat, kann sich über einen jährlichen Zuwachs von 3,7 Prozent freuen.

„Über einen langen Investmenthorizont hinweg spiegelt die Wertentwicklung die fundamentalen Rahmenbedingungen wider. Für den Anleger bedeutet das, dass er weitgehend unabhängig vom Einstiegszeitpunkt die Risikoprämie einer Anlageklasse erhält. Das sehen wir am Beispiel der US-Börsen, das gilt aber auch für alle anderen Aktienmärkte und Anlageklassen“, erklärt Hille.

Wenn für den ausdauernden Anleger also unter dem Strich in etwa die Risikoprämie bleibt, dann folgt daraus konsequent die Frage nach den auf lange Sicht zu erwartenden Erträgen einzelner Anlageklassen. Auch darauf gibt der „Multi-Asset Long View“ der DWS eine Antwort. Mit Blick auf die traditionellen Anlageklassen werden sich demnach vor allem Engagements in den Emerging Markets lohnen. So prognostiziert die Studie für Aktien aus den Schwellenländern auf Sicht der kommenden zehn Jahre eine Wertentwicklung von rund neun Prozent p.a. Für Hochzinsanleihen aus dieser Region wird ein Ertrag von etwa sieben Prozent jährlich in Aussicht gestellt.

Wer in heimischen Gefilden bleiben will, muss sich zwar mit einer etwas geringeren Wertentwicklung begnügen, allerdings prognostiziert der „Multi-Asset Long View“ für Aktien aus der Eurozone noch immer ein Plus von etwa fünf Prozent pro Jahr. Interessant ist dabei, wie unterschiedlich sich dieser Zuwachs verglichen mit Aktien aus den USA zusammensetzt, für die Studie eine Wertentwicklung von etwas mehr als sechs Prozent p.a. prognostiziert: So tragen Dividenden rund 3,5 Prozentpunkte zur erwarteten Wertentwicklung von Aktien aus dem gemeinsamen Währungsgebiet bei. Bei den US-Pendants sind es hingegen nur knapp zwei Prozentpunkte. Dafür kommen bei den Aktien von der Wall Street rund 1,3 Prozentpunkte aus Aktienrückkäufen beziehungsweise Verwässerungen, für die Wertentwicklung von Aktien aus der Eurozone spielen diese Faktoren hingegen keine große Rolle.

DWS Group

Weltweit führender Vermögensverwalter

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