LUXEMBURG-KIRCHBERG
LIZ MIKOS

Tattoo Convention „The Storm“ in den Messehallen auf Kirchberg

Am vergangenen Wochenende fand in den Messe-hallen auf Kirchberg die diesjährige Tattoo Convention „The Storm“ statt, Tätowierer aus aller Welt waren hier vertreten. Trotz der Überzahl an europäischen Künstlern konnte man in den Hallen aber auch die Werke von unter anderem mexikanischen, amerikanischen und chilenischen Tätowierern bewundern. Vor allem unsere Nachbarn - Frankreich, Belgien und Deutschland - waren mit vielen Ständen vor Ort.

Ob Old School, Cartoon, realistisch, graphisch oder das so genannte „Dot-Work“: Es dürfte wohl für jeden Geschmack etwas dabei gewesen sein. Wer allerdings nichts auf seiner Haut verewigen lassen wollte, kam auf der Messe trotzdem auf seinem Geschmack. Von Schmuck und Klamotten, über Haus-Deko bis hin zu Bildern war alles vorhanden. Auch für Essen und Getränke war gesorgt und die Besucher waren guter Dinge.

Kunst die unter die Haut geht

Bereits beim Eintritt in die Messe-Hallen kam einem das Geräusch der unzähligen Nadeln entgegen. Da stieg natürlich auch die Lust, sich selbst ein Tattoo stechen zu lassen. Während ich die Stände entlang schlenderte und mir die Zeichnungen der verschiedenen Tätowierer anschaute, fiel mir aber vor allem eines auf: An jedem Stand wurde fleißig tätowiert. Einen Altersdurchschnitt zu ermitteln, war hier nahezu unmöglich, denn angeblich ist fast jede Generation dem Tattoo-Fieber verfallen. Nur die ältere Generation, die Tattoos noch mit Häftlingen assoziiert, war nicht wirklich vertreten. Ansonsten ging es hier fast jedem unter die Haut. Außerdem war es recht interessant, die Zeichnungen der Künstler etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Während ich bei einigen dachte: „Hmm, habe ich das nicht bereits vorhin gesehen?“, war ich bei anderen über ihren individuellen Stil oder über die Präzision der Zeichnungen überrascht.

Nicht nur Nadeln

Wer sich mit der Vorstellung, stundenlang Nadeln in der Haut zu haben, nicht anfreunden konnte, kam wahrscheinlich bei den anderen Ständen auf seinen Geschmack. Ganz besonders im Trend, wie man auf der Messe beobachten konnte, sind tierische Innen-Dekorationen. Tierschädel für an die Mauer, getrocknete Schmetterlinge, aber auch ausgestopfte Tiere waren häufig zu sehen und auch beliebte Accessoires der Tätowierer-Stände. Wem das nicht gefielt, der war wohl eher bei den Schmuck- und Kleider- oder auch den Kunstständen zu finden.

Sehen und gesehen werden

Wer sich auf einer solchen Messe tätowieren lässt, darf definitiv keine Scheu vor Blicken haben. Hier heißt es: Bitte ausziehen. Während einige noch völlig bekleidet waren, lagen andere nur in Unterwäsche da. Oberkörper frei war auch sehr beliebt. Wen es nicht störte,der ließ sich manchmal auch mehrere Tattoos gleichzeitig stechen.

Ich persönlich würde mich bei all diesen Zuschauern nicht wohlfühlen. Allerdings bestand auch die Möglichkeit, auf der Messe einen Termin auszumachen, um sich dann, ohne großen Trubel und Voyeure, im Shop des jeweiligen Künstlers tätowieren zu lassen.