WILTZ/LUXEMBURG
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Familiendrama: Vater überfährt Ex-Frau und Kind, das Verletzungen erliegt

Ein Auto erfasste gestern Nachmittag gegen 15.00 in Wiltz fünf Personen, die schwer verletzt wurden.

Eine von ihnen, ein zweijähriges Kind, erlag später seinen Verletzungen. Wie es sich laut Polizei darstellte, war ein 47-jähriger luxemburgischer Fahrer mit seinem Kleinwagen mit Luxemburger Kennzeichen aus Richtung Klinik kommend auf zwei Frauen mit Kinderwagen zugefahren, die linksseitig auf dem Bürgersteig der rue Grand-Duchesse Charlotte gingen.

Bei einer der Frauen handelte es sich um die Ex-Ehefrau des Fahrers, die mit dem gemeinsamen Kind unterwegs war. Ein Passant, der zufällig ebenfalls hier ging, wurde auch verletzt. Die Opfer, darunter auch ein weiteres Kleinkind, wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Das zweijährige Kind konnte leider nicht mehr gerettet werden. Die Ermittlungen wegen Totschlags und Mordes sowie versuchten Totschlags und Mordes dauern an, der Fahrer wird heute Nachmittag dem Untersuchungsrichter am Amtsgericht Diekirch vorgeführt.

Zunächst war man davon ausgegangen, dass die Tat einen terroristischen Hintergrund haben könnte, was die Staatsanwaltschaft Diekirch aber später ausschloss. Schnell wurde nämlich der Vergleich zur Tat von Bottrop geknüpft, wo acht Männer, Frauen und Kinder Opfer einer Anschlagsfahrt in der Silvesternacht wurden. Hier war es nach ersten Erkenntnissen der Ermittler mutmaßlich Fremdenhass, der den Mann antrieb.

Gegen den 50 Jahre alten Autofahrer wurde Haftbefehl wegen mehrfachen versuchten Mordes erlassen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten, denn er soll mit seinem Auto gezielt Jagd auf Ausländer gemacht haben - oder Menschen, die er dafür hielt.

Neben den beiden Rettungshubschraubern Heli 1 und 2 waren nach Angaben der Notrufleitstelle 112 in Wiltz mehrere Rettungs- und Notarztwagen im Einsatz.