LUXEMBURG
SVEN WOHL

CFL sensibilisiert zum internationalen Tag der Sicherheit an Bahnübergängen

Bahnübergänge stellen eine kritische Gefahrenzone dar. Wer nicht darauf wartet, dass das Signal des Bahnübergangs erlöscht, setzt nicht nur sein, sondern auch das Leben der Bahnfahrer aufs Spiel. Allein im vergangenen Jahr kam es zu 87 Zwischenfällen an Bahnübergängen mit PKW, LKW, landwirtschaftlichen Geräten, Fahrradfahrern oder Fußgängern. Zwischen Januar und Mai diesen Jahres gab es bereits 30 solcher Zwischenfälle. Durchschnittlich werden 75 Barrieren im Jahr beschädigt. Dies stelle einen bis zwei Zwischenfälle pro Woche dar, so die CFL in ihrer gestrigen Pressemitteilung, also etwa 75 Fälle im Jahr, in denen Personen ihr und das Leben anderer aufs Spiel gesetzt hätten. Zwischen 2015 und Mai 2020 gab es zehn Unfälle zwischen Zügen und anderen Verkehrsteilnehmern. In 45 Prozent der Fälle waren professionelle Fahrer involviert. In zwei Fällen im gleichen Zeitraum sind zwei Personen auf dem luxemburgischen Schienennetz auf diese Weise ums Leben gekommen.

Lastwagenfahrer im Fokus

Diese dramatischen Zahlen zeigen, dass noch viel im Bereich der Sensibilisierung geschehen muss. Seit 2009 nimmt die CFL am „International Level Crossing Awareness Day“ teil. In diesem Jahr werden ganz spezifisch die professionellen Lastwagenfahrer anvisiert. Ein spezifischer Flyer wurde zu diesem Zweck entworfen. Es geht hierbei darum, zu verdeutlichen, dass selbst dann, wenn die Barriere noch oben sei, oder bereits hochgefahren sei, das Erlöschen des Signals abzuwarten sei, ehe losgefahren wird. Der „European Union Agency for Railways“ (ERA) zufolge finden 31 Prozent der Todesfälle des europäischen Eisenbahnnetzes auf Ebene der Bahnübergänge statt. In Europa existieren immer noch 120.000 Bahnübergänge, weltweit sind es mehr als eine halbe Million.

Die CFL erklärt weiter, dass 98 Prozent der Zwischenfälle auf das Missachten der Verkehrsregeln zurückzuführen sind. Als Grund hierfür wird Zeitmangel, Ablenkungen, Routine, Geschwindigkeit, Müdigkeit und Alkohol- beziehungsweise Medikamentenkonsum angegeben. Ein Fußgänger riskiert ein Bußgeld von 3.000 Euro, ein Autofahrer zwei Punkte sowie ein Bußgeld von 145 Euro.