LUXEMBURG
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Das Rätsel um das Blaumeisensterben ist gelöst

Es ist ein trauriger Anblick, der sich seit Ende März an immer mehr Stellen im Ländchen zeigt: tote oder kranke Blaumeisen. Bei der Umweltorganisation natur&ëmwelt gingen bis zum 21. April Meldungen über insgesamt 152 tote und 113 kranke Individuen dieser Vogelart mit dem markanten blauen und gelben Federkleid ein. Auch anderswo in Europa wurden ungewöhnlich hohe Sterblichkeitsraten von Blaumeisen gemeldet. Kranke Tiere sitzen oft apathisch und aufgeplustert auf dem Boden und fliehen nicht. „Des Weiteren haben viele betroffene Tiere einen schleimigen Ausfluss aus Augen und Nase, welcher die Augen und beim Putzen auch das Gefieder verklebt. Andere Symptome sind scheinbare Atemprobleme, reduzierte oder keine Futteraufnahme sowie großer Durst“, schreibt natur&ëmwelt in einer Pressemitteilung.

Erreger löst eine Lungenentzündung aus

Der Auslöser dieses Leidens ist mittlerweile gefunden: Es handelt sich um das Bakterium Suttonella ornithocola. Es ruft bei den befallenen Blaumeisen - aber auch bei anderen Meisenarten und kleinen Singvögeln eine Lungenentzündung hervor.

Für Menschen und andere Tiere ist dieses Bakterium nicht gefährlich, aber da es sich um eine ansteckende Krankheit handelt, ist das Risiko einer Übertragung überall dort besonders hoch, wo viele Vögel beieinander kommen, also an Futterstellen und Tränken. „Um Ansteckungen einzudämmen empfiehlt sich, ähnlich wie bei uns Menschen, auch bei den Vögeln das ,social distancing‘“, schreibt natur&ëmwelt in Anspielung auf die Covid-19-Krise. Aus diesem Grund sollten betroffene Futterstellen geleert und gereinigt werden und die Fütterung sowie Bereitstellung von Wasser bis auf Weiteres eingestellt werden.

Tote Tiere sollten derweil nur wenn nötig und mit Handschuhen oder einer umgestülpten Tüte angefasst werden. Für die kranken Blaumeisen könne leider nicht viel getan werden. Allerdings kann man durch einen naturnahen und vogelfreundlichen Garten günstige Bedingungen für die überlebenden Vögel schaffen und ihnen so die Möglichkeit geben, Verluste durch erfolgreiche Bruten zu kompensieren. Natur&ëmwelt bittet auch um Mithilfe der Bevölkerung, um den Verlauf der Krankheit in Luxemburg besser zu dokumentieren. Auf der Webseite der Organisation findet sich zu diesem Zweck ein Formular. Dort gibt es aber auch eine Fülle von anderen Informationen, wie beispielsweise zur Gestaltung eines vogelfreundlichen Gartens.

Mehr: naturemwelt.lu