LUXEMBURGCLAUDE KARGER

Sachte, sachte, die Abgesänge auf den Noch-EU-Kommissionsboss - „ob Brüssel oder Strassburg, der Europa-Dinosaurier wird allen fehlen, nicht nur wegen der vielen Küsschen, dem Gewuschel durchs Haar oder dem kräftigen Schulterklopfen“, schluchzschmunzelte die „Wort“-Wochenrückblickerin - mögen etwas verfrüht sein. „Jean-Claude Juncker ist noch für einige Überraschungen gut“, warnt jedenfalls sein ehemaliger Regierungsbankkommilitone Robert Goebbels in einer Hommage in der Kardinalszeitung an den spitzzüngigen Vollblutpolitiker. „Im Planschbecken der europäischen Staatenlenker stach Juncker schnell als bisskräftiger Hecht hervor“, schreibt der Held von Schengen, und verrät: „Alle die Juncker näher kennen, wissen sehr wohl, dass der Jean-Claude nahe am Wasser gebaut ist. Hinter der Macher-Fassade steckt viel Sensibilität“. Was die größte Oppositionspartei wohl darum geben würde, nochmal ein derartiges Zugpferd zu haben? „Bei der CSV (...) zeichnet sich schlicht keine Führungspersönlichkeit ab“, schlussfolgert jedenfalls das „Wort“ aus dem rezenten „Politmonitor“. Graue Eminenzen, Schachtelsatzsprücheklopfer und nördlicher Wadenbeißer-Charme reichen halt nicht: „Lösungen und programmatische Alternativen wollen die Menschen hören“, meint das „Wort“. Echt jetzt?