Dank Louis Pasteur, dem es 1885 gelang, einen Impfstoff erfolgreich bei einem Menschen zu testen, ist Tollwut seit rund 130 Jahren kein Todesurteil mehr. Seither wurden sowohl beim Menschen als auch bei Tieren Impfungen durchgeführt, was dazu führte, dass die Krankheit in Westeuropa weitestgehend als ausgerottet gilt. Allerdings könnte die Krankheit wieder eingeschleppt werden. Hierzu Jean Schoos, Präsident der „Association des Médecins Vétérinaires du Grand-Duché“.

Luxemburg ist immerhin frei von Tollwut und das bereits seit 1999

„Das Tollwutvirus hat einen auffälligen Verlauf. Infizierte Füchse verlieren zunächst die Scheu vor dem Menschen. Sie sind auch tagsüber aktiv und werden gegenüber Nicht-Beuteltieren wie eben Hund, Katze und Menschen aggressiv, könnte diese also auch angreifen. Übertragen wird das Virus erst in der Endphase über den Speichel. Da Füchse Zivilisationsfolger sind, sieht man sie auch in Wohngebieten. Das hat nichts mit Tollwut zu tun und man sollte daher nicht erschrecken, wenn ein Fuchs durchs Dorf läuft. Die Chance, in Luxemburg einem tollwütigen Fuchs zu begegnen, ist äußerst gering. 

Luxemburg ist immerhin frei von Tollwut und das bereits seit 1999. Damals wurde bei einem Pferd, das vermutlich von einem Fuchs gebissen wurde, der letzte Tollwutfall dokumentiert. Jedoch konnte man bei Fledermäusen in der Eifel Tollwut nachweisen. Eine Übertragung auf andere Tiere oder den Menschen ist aber sehr unwahrscheinlich. Zum einen, da es in unserer Gegend keine Fledermäuse gibt, die Säugetiere beißen. Zum anderen könnte es sein, dass dieses Tollwutvirus sich bereits so weit verändert hat, dass es nicht auf den Menschen übertragbar ist. Infiziert sich etwa ein Hund doch mit dem Virus und er ist nicht geimpft, kann dem Tier nicht mehr wirklich geholfen werden. Ein geimpfter Hund bekommt eine Auffrischung und wird über eine gewisse Zeit beobachtet. 

Nur noch in Rumänien und Bulgarien

Innerhalb der EU gibt es Tollwut bei Tieren wie Füchsen nur noch in Rumänien und Bulgarien. Hier sorgen allerdings entsprechende Bekämpfungsprogramme dafür, dass auch hier das Virus demnächst ausgerottet ist. Weit verbreitet ist Tollwut aber noch in Nordafrika. Hier gibt es auch viele Hunde, die infiziert sind. Zwar ist der Import von ungeimpften Hunden aus nordafrikanischen Ländern illegal. Allerdings kommt es immer wieder vor, dass falsch- oder ungeimpfte Hunde in die EU importiert oder geschmuggelt werden. Auf diesem Weg könnte auch das Virus wieder in Europa eingeschleppt werden. Weil die Fuchspopulation durch das Schießverbot in Luxemburg recht hoch ist und die Füchse aktuell nicht mehr geimpft sondern überwacht werden, könnte sich in einem solchen Fall das Virus recht schnell ausbreiten. Wenn die Gesetzte auf EU-Ebene jedoch eingehalten werden und solche illegal importierten Hunde in Quarantäne kommen, ist die Gefahr nur sehr gering. 

Die einzige Gefahr, die für den Menschen von den Füchsen ausgeht, ist der Fuchsbandwurm. Mit dieser Gefahr müssen wir aber lernen zu leben. Um dem Parasit vorzugreifen, wird Hunde- und Katzenbesitzern geraten, ihre Tiere regelmäßig zu entwurmen. Außerdem sollte man Früchte und Gemüse aus dem eigenen Garten und der freien Natur vor dem Verzehr waschen, um eine Übertragung zu verhindern.“