LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Das „Luxembourg Institute for High Performance in Sports“ (LIHPS) zieht nach einem knappen Jahr eine positive Bilanz über die Begleitung von Spitzensportlern - 65 werden derzeit betreut

Der Name ist sperrig und der Anspruch ist hoch: Das „Luxembourg Institute for High Performance in Sports“ (LIHPS) will Spitzensportlern helfen, auf Olympianiveau zu kommen. Wie es funktioniert und was das noch ganz junge Institut im vergangenen Jahr erreicht hat, berichtete Direktor Alwin de Prins gestern vor der Presse.

„Wir sind für Topathleten gegründet worden“, unterstrich der ehemalige Schwimmer, der selbst mehrfach bei den Olympischen Spielen angetreten war. Die Auswahl der Athleten läuft nach wie vor über das Olympische Komitee in Luxemburg (COSL). Dessen Präsident André Hoffmann ist gleichzeitig auch Präsident des LIHPS-Verwaltungsrates.

Seit 2013 die Idee eines Instituts für den Spitzensport aufkam, hat sich viel getan. „Heute betreuen wir 65 Spitzensportler“, berichtete de Prins. Die Betreuung findet zum einen in der Coque auf Kirchberg statt, wo es einen eignen Kraftraum gibt, der zum „High Performance Training and Recovery Institute“ samt Labor gehört, dass das LIHPS nutzen kann. „Wir sind neben der Unterstützung der Sportler auch dafür da, Wissen weiterzugeben und den Spitzensport zu entwickeln“, unterstreicht der Direktor. Er arbeitet mit der Sportklinik Eich des CHL ebenso zusammen wie mit der geplanten Sportfabrik, die derzeit in Differdingen entsteht. „Das LIHPS hat keine eigene Infrastruktur“, betont er. Das soll auch so bleiben, da die Verantwortlichen die Einrichtungen in der Coque als völlig ausreichend ansehen.

Im Mittelpunkt des LIHPS-Ansatzes stehen immer Athlet und Trainer. Diese sollen von Service-Teams unterstützt werden. Davon gibt es eine ganze Menge: Zwei Mitarbeiter im bestens ausgestatteten Kraftraum des LIHPS, zwei weitere in einem eigenen Labor zur Analyse der Leistung. „Wir arbeiten auch sehr viel mit internationalen Experten“, sagt de Prins, „das ist für den Erfolg entscheidend.“

Weitere Serviceangebote: Doppelte Karriere oder wie man als Sportler seine Zukunft nach dem Profisport sichert. Hier kümmert sich ein Mitarbeiter in enger Abstimmung mit dem Bildungsministerium und dem Sportlycée um Antworten. Gleich drei Experten beraten das LIHPS beim Thema Psychotherapie, eine weitere in Fragen der Sportpsychologie. Dieser Bereich wird von den Sportlern immer mehr nachgefragt. Das gilt auch für das Thema Ernährung, das gleich drei Expertinnen abdecken. „Anfangs haben wir die Nachfrage danach unterschätzt“, erzählt de Prins.

Für den Bereich Biomechanik wird Prof. Jan Cabri in der Sportfabrik verantwortlich sein, die im ersten Halbjahr 2021 fertig werden soll. Speziell dafür wurde ein „Human Motion Lab“ gegründet. Im Bereich Sportmedizin und Physiotherapie ist darüber hinaus die Sportklinik Eich ein wichtiger Partner.

Erfolg hängt stark von der Motivation des Trainers ab

„Ein weiterer Service, den wir neu eingerichtet haben, ist „Back to Sports“, berichtet der Direktor. Er wendet sich an Sportler, die nach einer Verletzung zurück in den Sport wollen. Unter dem Service „Sporttechnologien“ hingegen wird Material für Sportler zusammengefasst, das oft direkt zur Verfügung gestellt wird. „Insgesamt haben wir so acht Servicebereiche“, freut sich de Prins. Gefördert werden neben Olympia-Sportlern auch so genannte Perspektivathleten, die das Zeug dazu haben, bei der nächsten Olympiade mitzumachen, sowie der Elitesportkader der Armee. Darüber hinaus will das LIHPS verstärkt Kollektivsportarten unterstützen und auch die Mitglieder des „Cadre Promotion“ des COSL sollen vom LIHPS profitieren.

Das Budget für 2019 lag bei 816.250 Euro. Zu den Sportarten, die besonders intensiv gefördert wurden, gehört Leichtathletik, der Radsport, Schwimmen und Tischtennis. Keine oder wenig Unterstützung gab es für Skeleton, Langlauf und Reiten. Zu den am stärksten angefragten Diensten gehörten Krafttraining, Ernährung und DualCareer. „Im Durchschnitt hat jeder Athlet zwei Servicebereiche angesprochen“, bemerkte de Prins.

Er legt Wert darauf, dass das LIHPS gemeinsam mit Partnern eine ganze Reihe von Konferenzen durchführt, zu denen es auf der neu freigeschalteten Webseite (www.lihps.lu) Informationen gibt. „Wir wachsen gut. Jetzt liegt die Herausforderung darin, dass wir die Service-Qualität individuell und auf Maß sicherstellen“, sagte der Direktor. Eine weitere Lehre der bisherigen Praxis: „Der Erfolg hängt stark von der Motivation des Trainers ab. Denn die Daten, die wir zur Verfügung stellen, sollen ja auch genutzt werden.“ Die Angebote sind für die Sportler gratis. „Unser Wachstum zeigt, dass wir einen echten Bedarf decken“, resümiert de Prins abschließend.