CLAUDE KARGER

Schwer auszumachen, welche Politiker die sozialen Netzwerke am meisten faszinieren. Da ist zunächst der Premier, der umgehend den Drohnen-Piloten aus Köln empfing, der bei Jauch den Bettel hinschmeißen musste, weil er „Trinckgeld“ wählte. „Wenn jemand wie der Herr Klein bei einem klingelt, kann man sich auch mal zwei Minuten Zeit nehmen. Er hat es schließlich geschafft, dass in den letzten 48 Stunden mehr über Luxemburg geredet wurde, als in den letzten 12 Monaten!“, wird Bettel in „Bild“ zitiert. „Nation branding“ in Aktion halt! Im Fratzenbuch setzte der Gast aus Köln dann noch eins drauf: „Hey euer Chef ist tatsächlich ein Top-Typ! Den kann man lassen. Bei der Merkel hätte ich sicher nicht einfach so klingeln können“. Bei Bettels Vorgänger konnte man früher aber auch klingeln. Der empfing auf die Schnelle sogar Feuerwehrabordnungen, Radlerteams und dergleichen wenn er im Büro war. Nur auf Facebook und Twitter war er nicht so flink. Damals. Heute hat der EVP-Spitzenkandidat das aber alles im Griff und zwitschert täglich Symphonien. Derweil ganze Opern über den Mann getwittert werden. Nach dem TV-Duell mit Schulz am Donnerstag gerieten die JCJ-Groupies regelrecht in Ekstase. Besonders hingerissen war die Hamburger CDU: Juncker habe das Duell klar gewonnen. Mit Kompetenz „...und definitiv dem charmantesten Akzent Europas“. Topp!