CLAUDE KARGER

„Die Sonne geht unter“, titelte gestern der „Tageblatt“-Leitartikler, „der 29. März 2017 wird als jener Tag in die Geschichte eingehen, der dem agonisierenden Empire den endgültigen Todesstoß versetzte“. Naja, trotz heftigem Säbelgerassel ist ja noch nicht ganz aller Tage Abend. Vorausgesetzt natürlich, die Verhandlungspartner hüben und drüben versinken nicht in völliger Umnachtung. Übrigens hakeln am Brexit-Tisch ja nicht bloß EUler und Briten, sondern auch Briten und Schotten, Briten und Nordiren und sogar EUler und USler... Nicht umsonst drohte der EU-Kommissionsboss dem tüchtigsten Amerikaner aller Zeiten gestern damit, sich für die Unabhängigkeit von Ohio oder Texas stark zu machen, falls dieser seinen Beifall fürs „Brexit“ nicht stoppe... Aber - wenigstens das ist sicher - wenn irgendwo die Sonne untergeht, geht sie auch irgendwo immer auf. So könnte am Ende etwa Luxemburg von der traurigen Scheidung profitieren. Nicht nur wegen der geballten Finanzkompetenz, auch weil die Lebensqualität hier topper ist als anderswo, wie ein Experte dem „Trierischer Volksfreund“ verriet. In einer Studie kämen wir da auf Platz vier. Wobei auch „die Kosten für Reinigungskräfte und Cocktails, sowie für ein paar andere Sachen, die man sich als Banker wohl so leistet - wie Restaurants mit Michelin-Stern und Luxus-Fitnesstudios“ - in den Vergleich einflossen...