LUXEMBURG
LJ

Eine weitere Bilanz der Folgen des Wirbelsturms im Südwesten vom 9. August

Zwei Wochen nach dem verheerenden Tornado, der durch Teile der Gemeinden Petingen und Käerjeng fegte, beginnen die äußeren Wunden langsam zu heilen. Der Schutt in den Straßen und die Trümmer, die in Felder und Wiesen geblasen wurden, sind beseitigt, wie auch die gröbsten Schäden an den betroffenen Häusern. Allerdings sind manche Dächer weiterhin nur notdürftig mit Planen abgedeckt. Das Unwetter und der Tornado haben rund 180 Gebäude in den Ortschaften Petingen und Käerjeng beschädigt oder abgedeckt. Schaden: Um die 100 Millionen Euro, wie der Verband der Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen (ACA) bilanzierte. Über 2.400 Anträge auf Schadensregulierung sind bereits eingereicht worden, zwei Drittel in Bezug auf Wohngebäude, der Rest bezüglich Schäden an Fahrzeugen. Mehr könne bei der aktuellen Ermittlungsarbeit nicht gesagt werden, so die ACA auf Nachfrage.

Käerjeng: Acht bis zehn Familien können ihre Häuserfür eine gewisse Zeit nicht bewohnen

„Die Aufräumarbeiten seitens der Gemeindeverwaltung Käerjeng sind weitestgehend abgeschlossen, genauso wie die der Forstverwaltung, die durch die luxemburgische Armee unterstützt wurde“: Das teilte die Gemeindeverwaltung am Donnerstagabend dem „Journal“ mit. Der interne Krisenstab sei am Mittwoch um 17.00 offiziell aufgehoben worden. Derzeit liege der Großteil der Arbeit bei den Versicherungsgesellschaften, welche mit den betroffenen Leuten die jeweiligen Schäden abgleichen zwecks Regulierung. Bis Anfang kommende Woche dürften die letzten Bürger, die wegen der Tornado-Schäden an ihren Häusern umquartiert werden mussten, die Hotels verlassen haben. „Die Gemeindeverwaltung sucht derzeit gemeinsam mit den Versicherungen und dem Fonds de Logement noch für drei Familien nach kurzfristigen Lösungen“, wie Bern Birsens unserer Zeitung gegenüber ausführte. „Insgesamt dürften acht bis zehn Familien ihre Häuser für eine gewisse Zeit nicht bewohnen können“, sagte Birsens. „Die genaue Anzahl können wir nicht sagen, da die Gemeindeverwaltung nicht immer informiert worden ist, wenn Leute sich privat organisiert haben.“

Wie Birsens weiter ausführte, kämen stattliche Spendengelder auch weiterhin täglich hinzu. „Es ist aktuell zu früh, um hier eine Bilanz zu ziehen“, diesbezüglich werde man in den kommenden Tagen entsprechend kommunizieren. Auch das Wirtschaftsministerium konnte dem „Journal“ gegenüber eine kleine Bilanz ziehen. „Bei der ‚Direction générale classes moyennes‘ haben sich bis heute vier Betriebe gemeldet, welche durch das Unwetter einen Schaden erlitten haben“, sagte Stéphanie Wagemans von der Pressestelle des Ministeriums. Diesen Betrieben wurde empfohlen, einen entsprechenden Beihilfeantrag einzureichen, zusammen mit dem Bericht der Versicherung. „Daraufhin wird dann geprüft, welcher Schaden nicht von der Versicherung übernommen wird und gegebenenfalls durch eine Beihilfe vom Ministerium entschädigt wird“, wie Wagemans präzisierte. Wie es aus dem Familienministerium hieß, hätte man hier unter anderem fünf Anfragen bezüglich einer psychologischen Unterstützung erhalten, erklärte Ministerin Corinne Cahen (DP) dem „Journal“ gegenüber. Weitere Anfragen würden über die Gemeinden als direkte Ansprechpartner laufen und abgewickelt, sagte die Ministerin.

Benefizkonzert in Petingen heute Nachmittag

Bleibt zu vermerken, dass in Petingen heute Nachmittag ab 15.00 und bis 22.00 ein Benefizkonzert für die Opfer des Tornados stattfindet. Auf dem J.F. Kennedy-Platz spielen auf: De La Mancha, Heavy Petrol, Batards & Friends, Yves Schulte, Lata Gouveia und die Charity Blues Band unter anderem mit Kid Colling. Die Spendenkontos BILL LU 270026010064855800 von „Fir e gudden Zweck - Gemeng Péiteng“ und CCPL LU781111702472950000 von „Käerjeng Hëlleft“ bleiben aktiv. Am Mittwoch haben sich die Familienministerin, die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, sowie Vertreter der Hilfsorganisationen und Sozialämter der Kommunen, des Roten Kreuzes und der Vereinigung der Versicherungsgesellschaften übrigens getroffen, um über die Verteilung der Spendengelder zu sprechen, wie aus einer Mitteilung der Gemeinde Petingen hervorgeht. Zunächst sollen die Versicherungen die Schäden auswerten und begleichen. Bleiben dann noch weitere Kosten offen, können sich Betroffene bei den Sozialämtern melden. In extremen Fällen kann das sofort geschehen. Ein Verwaltungskomitee aus Vertretern der Schöffenräte, der Sozialämter und der beiden Spendenvereinen werde dann aufgrund einer Analyse des Antrags über die Verteilung der Spendengelder entscheiden