LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Im Kino: „Winter’s Tale“ von Akiva Goldsman

Akiva Goldsman hat sich als Drehbuchschreiber einen Namen gemacht. „Batman & Robin“, „A Beautiful Mind“, „The Da Vinci Code“ oder „Angles & Demons“ sind seine wichtigsten Vorlagen. Nun durfte er für „Winter’s Tale“ ein erstes Mal auf dem Regiestuhl Platz nehmen. Zuvor hat er ein paar Regiearbeiten fürs amerikanische Fernsehen realisiert. Sein erster Kinofilm vereint Elemente aus den Bereichen Fantasy, Märchen und Liebesfilm und basiert auf dem Roman von Mark Helprin.

Kompletter Filmriss

2014. Ein Mann (Colin Farrell), der sich an nichts erinnern kann, sucht nach Spuren seiner Vergangenheit. Als Baby wurde er in einem Modellschiff ausgesetzt. 1914 ist er, der den Namen Peter Lake erhielt, ein begabter Einbrecher in New York. Leider hat er seine Situation mit seinem Boss Pearly Soames (Russell Crowe) vergeigt, so dass der ihm an den Kragen will.

Wörtlich aus heiterem Himmel taucht ein weißes Pferd auf, das ihn rettet und zur todkranken Beverly Penn (Jessica Brown Findlay) bringt, die noch ein paar Monate zu leben hat. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Als Peter die Heizung reparieren kann, ist selbst Daddy Isaac (William Hurt) von ihm begeistert. Leider ist Pearly ein Angestellter des Teufels (Will Smith) und will Peter unbedingt davon abhalten, Beverly zu helfen, egal zu welchem Preis!

Tote werden zu Sternen

Die Off-Stimme von Beverly erklärt am Anfang, dass die Menschen nach dem Tode zu Sternen am Firmament werden! Warum nicht, schließlich taucht ja auch Luzifer im Film auf! Und das weiße Pferd ist ein Hund mit unsichtbaren Flügeln. Wenn man diesen Unsinn ausklammert, was recht schwer fällt, bleibt eine nette Liebesgeschichte zwischen einem Dieb und einer an Tuberkulose - im Film heißt die Krankheit noch Schwindsucht - erkrankten schönen rothaarigen jungen Frau, die traurig und zu Momenten bewegend ist. Auch die Beziehung von Peter zu Beverlys Schwester Willa (Mckayla Twiggs) setzt Emotionen frei. Das war’s dann aber schon für diese Mixtur aus Fantasy und Lovestory in einem zeitlosen Raum, in dem sich der Teufel und seine Gesellen tummeln, und wo irgendwo ein Gott die Menschen zu Sternen werden lässt.

Was Pearly eigentlich auf Erden treibt ist ebenfalls nicht ganz geklärt, außer dass er die Menschen davon abhalten will, durch das Einsetzen ihres „eigenen Wunders“ unsterblich zu werden. Welche Gefahren das für die teuflischen Heerscharen birgt, weiß jedenfalls der Zuschauer nach fast zwei Stunden Laufzeit nicht.

Fantasie hat noch nie jemandem geschadet, nur dass sie hier so unlogisch daher kommt wie schon lange nicht mehr. In weiteren Rollen entdeckt man Jennifer Connelly (Virginia), Graham Green (John) und Eva Marie Saint (ältere Willa).