LUXEMBURG
MARCO MENG MIT DAPD

Gewinner und Verlierer der Autobranche

Der japanische Autohersteller Toyota hat 2012 seinen Absatz in Europa um zwei Prozent auf fast 838.000 Fahrzeuge gesteigert und damit einen Marktanteil von 4,5 Prozent erzielt. Vor allem der Kleinwagen Yaris und die Hybridmodelle waren Absatzschlager, wie Europachef Didier Leroy gestern sagte. 2013 werde „für die Automobilindustrie in Europa eine große Herausforderung“.

Aber der größte Autokonzern der Welt plane trotzdem im dritten Jahr in Folge profitables Wachstum. In Westeuropa wurde in Großbritannien mit 102.000 Einheiten und einem Wachstum von zwölf Prozent das beste Ergebnis erreicht. Besonders kräftige Zuwächse erzielte Toyota erneut in Russland und der Ukraine mit einem Plus von 27 Prozent und 169.000 Fahrzeugen.

VW toppt mit Nutzfahrzeugen

Volkswagen hat 2012 bei Nutzfahrzeugen das bislang beste Verkaufsergebnis seiner Geschichte erzielt. Weltweit lieferte der Autohersteller 550.400 Nutzfahrzeuge aus, 4,1 Prozent mehr als 2011. In Westeuropa sank die Zahl der Auslieferungen 2012 um 1,8 Prozent auf 284.300 Fahrzeuge. In Osteuropa verzeichnete das Unternehmen hingegen einen Anstieg um 14,2 Prozent auf 41.700 Fahrzeuge.

Die drei deutschen Hersteller von Premiumautos haben nach dem Rekordabsatz 2011 im vergangenen Jahr nochmals zugelegt. Den Dreikampf mit Audi und Mercedes-Benz entschied dabei wieder BMW für sich.

Der Absatz der Münchner stieg im Vergleich zum Vorjahr um weltweit 11,6 Prozent auf den neuen Höchstwert von 1,54 Millionen Fahrzeugen. Dahinter platzierten sich die VW-Tochter Audi (knapp 1,46 Millionen Fahrzeuge) gefolgt von Mercedes (1,32 Millionen verkaufte Fahrzeuge). Das Rennen entschied der Münchner Konzern vor allem in China und den USA für sich. BMW verzeichnete zusammen mit der Tochter Mini auf dem chinesischen Festland einen Zuwachs von 40,4 Prozent auf 326.444 Fahrzeuge.

Die gesamte Branche setzte von Januar bis November rund acht Prozent weniger Fahrzeuge in Westeuropa ab als im Vorjahr.

Keine Opel-Übernahme durch PSA

Auf der Verliererseite der französischen Autoherstellers PSA Peugeot-Citroen: im vergangenen Jahr ist der Absatz um fast 17 Prozent auf 2,97 Millionen Fahrzeuge gefallen.Für 2013 erwartet der Konzern einen weiteren Rückgang des europäischen Gesamtmarkts um drei bis fünf Prozent. Der neben dem schwachen Europageschäft schwerste Schlag für PSA war das Ende des Iran-Geschäfts wegen der internationalen Sanktionen: Hier hatte der Hersteller 2011 fast 460.000 Autos in Bausätzen verkauft, die dann vor Ort montiert wurden.

PSA steigerte 2012 den Anteil des Überseegeschäfts von 24 auf 33 Prozent und peilt nun 50 Prozent für 2015 an. Dazu sollen zum Beispiel weitere im chinesischen Gemeinschaftsunternehmen produzierte Modelle beitragen.

Unterdessen wies PSA Medienberichte über einen angeblichen Kauf von Opel zurück. Auch Opel-Interimschef Thomas Sedran hat Gerüchte um einen Verkauf des Autoherstellers an den französischen Konzern PSA Peugeot-Citroën nachdrücklich dementiert.