LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Prozess um schweren Unfall auf der A13 am 31. Oktober 2014

Drei Autofahrer, die am 31. Oktober 2014 einen schweren Unfall auf der A13 verursacht hatten, standen am Montagmorgen vor dem Bezirksgericht Luxemburg. Ihnen wird fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen.

Am 31.Oktober 2014 war es zu einem schweren Unfall auf der A13 zwischen Altwies und Frisingen gekommen. Wegen starkem Nebel krachten fünf Fahrzeuge ineinander. Es gab zahlreiche Verletzte, zwei davon schwer. Eine Person verstarb gleich nach dem Unfall an Ort und Stelle. Fünf Fahrzeuge waren in den Unfall verwickelt. Drei Unfallverursacher sind gleichzeitig Opfer. Eine Fahrerin war an besagtem Oktobertag mit Ihrem Wagen gegen 6.40 auf der A13 in der Nähe von Altwies von hinten mit 65 km/h auf einen weißen VW geprallt, der deshalb auf die Gegenspur und gegen die Kalifornische Mauer katapultiert wurde.

Der VW soll entweder auf der Autobahn gestanden oder soll sich mit niedriger Geschwindigkeit bewegt haben.

Hohe Aufprallgeschwindigkeit

Laut Experten prallte Sekunden später ein Fiat Punto mit drei deutschen Insassen mit 90 km/h von hinten auf den Seat. Ein roter Audi konnte nicht mehr ausweichen und fuhr mit 91 km/h von hinten auf den Fiat. Dadurch wurde der Fiat weiterkatapultiert. Der Audi prallte gegen die kalifornische Mauer, drehte sich im Uhrzeigersinn und stieß gegen den VW. Der Fahrer des Audi kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus. Er sitzt heute im Rollstuhl. Eine Person wurde aus dem Fiat geschleudert und dadurch schwer verletzt. Das Auto soll auf dem Mann gelegen haben. Ein Insasse, der hinten im Fiat saß, verstarb noch an Ort und Stelle. Weil es sehr neblig war, konnten die nachfolgenden Autofahrer nicht mehr rechtzeitig bremsen und es kam nacheinander zu Auffahrunfällen, sagte ein Polizist vor Gericht. Die Sicht hätte unter 50 Metern gelegen. Der Unfallort hätte katastrophal ausgesehen. Die A13 musste nach dem Unglück gesperrt werden.

Die Aufprallgeschwindigkeiten bei dem Unfall schätzten die Experten als relativ hoch ein. Sonst wären die Wagen nicht so weit geschleudert worden. Nebel gebiete ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme, sagte einer der Experte. Die Gutachter sagten auch etwas zur Vorhersehbarkeit des Unfalls. Sie führten aus, dieser wäre vermeidbar gewesen, wenn die Angeklagten richtig aufgepasst hätten, auch wenn es wegen dem starken Nebel nicht super übersichtlich war.

Die Experten legten sich in ihren Aussagen nicht fest. Es gebe Parameter die nicht bekannt sind. Sie hatten den Unfall in drei Phasen begutachtet. Nichts sei eindeutig, weil keine Verknüpfungen möglich waren. „Es könnte vieles auch anders gewesen sein“, sagte ein Experte. Der Vorsitzende Richter schätzte auch die Aussagen der Zeugen als sehr subjektiv ein.

Laut Gerichtsakte hätte jeder etwas anderes erlebt. Bei solch einem Unfall sollte Vergessen und Verdrängung als evident gelten, auch deshalb, weil mittlerweile fünf Jahre vergangen sind, sagte Richter Gilles Herrmann. Heute soll Gerichtsmediziner Dr. Ulrich Preiß vor Gericht aussagen. Der Prozess wird heute fortgesetzt.