LUXEMBURG
FRANCO GIROTTO

Über einen Freund wurde Franco Girotto dazu ermutigt, eine Petition im Parlament einzureichen. Im Gesuch mit der Nummer 1163 plädiert der Rentner für gesetzliche Vorschriften, damit Produktverpackungen in Zukunft dem Inhalt nach Möglichkeit ganz oder zumindest besser entsprechen. Das würde zudem unnötige Verpackungsabfälle verhindern, argumentiert Girotto.

„Wir leben in einer Konsumgesellschaft, wir werden zum Konsum angeregt, was wiederum die Wirtschaft antreibt. Allerdings bin ich nicht damit einverstanden, dass diese Entwicklung zulasten der Verbraucher geht, dass die Verbraucher geblufft werden. Bei vielen Produkten stellen Kunden heute fest, dass die undurchsichtigen Verpackungen insbesondere von Lebensmitteln überdimensioniert sind. Oft sind Verpackungen zur zu zwei Dritteln oder gar zur Hälfte befüllt. Hersteller argumentieren, dieser zusätzliche Raum sei notwendig, damit das Produkt mit einer Schutzatmosphäre versehen werden kann. Auch eine technisch bedingte Füllhöhe wird oft angegeben. Ich glaube vielmehr, dass sich die Industrie hinter solchen Erklärungsversuchen versteckt und darauf verweist, dass es sich um eine legale Praxis handelt. Man muss auch feststellen, dass die eigentliche Ware häufig zusätzlich hermetisch versiegelt ist. Oft würde noch ein zweiter Beutel in den äußeren Karton passen. Zudem stellt sich die Frage, warum manche Produkte sehr kompakt verpackt werden können, andere, häufig weiterverarbeitete Lebensmittel, nicht. Mein Eindruck ist der, dass Industrie und Großhandel darauf aus sind, dass sich die Verbraucher mit der Zeit daran gewöhnen sollen, dass Inhalt und Verpackung einander nicht entsprechen und es in der Folge nicht in Frage stellen.

Zwar ist die Lebensmittelindustrie dazu verpflichtet, den Netto-Inhalt auf der Verpackung anzugeben, doch wir Menschen sind keine Computer. Der Handel weiß ganz genau, dass den meisten Menschen nicht viel Zeit für die Einkäufe bleibt und es angesichts der Vielzahl an Produkten unmöglich ist, seinen Einkauf auf solche Art zu organisieren.

Aus diesen Gründen plädiere ich dafür, dass die gesetzlichen Bestimmungen so angepasst werden, dass nach Möglichkeit durchsichtige Verpackungen eingesetzt werden müssen oder die äußere Hülle dem tatsächlichen Inhalt besser entspricht. Es ist klar, dass dafür eine Einigung auf EU-Ebene gefunden werden muss. Aber es wäre auch ein Beitrag, um Verpackungsabfälle im Allgemeinen zu reduzieren.“

Die Petition kann noch bis zum 6. März unterzeichnet werden unter tinyurl.com/petition1163