TRIER
CHRISTIAN SPIELMANN

Musicalverfilmung mit den Hits von Udo Jürgens: „Ich war noch niemals in New York“

Im Dezember 2007 wurde das Jukebox-Musical „Ich war noch niemals in New York“ in Hamburg uraufgeführt. Als musikalische Basis dienten die Lieder von Udo Jürgens (1934-2014). Der Titel der Show ist identisch mit dem gleichnamigen Song aus dem Jahr 1982. Das Musical war ein Riesenerfolg und wird ab Mai 2020 wieder in Berlin gespielt. Der Münchener Regisseur Philipp Stölzl („Der Medicus“) hat sich nun an die Verfilmung des Musicals gewagt. Wer die Show auf der Bühne gesehen hat, wird die Geschichte nicht wiedererkennen, höchstens die Namen der Protagonisten.

Krasse Unterschiede

Auf der Bühne büxen Maria Wartberg und Otto Staudach aus einem Altenheim aus, um in New York zu heiraten. Marias Tochter Lisa, eine bekannte Fernsehmoderatorin, landet auf der Suche nach ihrer Mutter schließlich auf dem Schiff, der MS Deutschland, zusammen mit ihrem Maskenbildner Fred und dessen Freund Costa. Auch Ottos Sohn Axel, ein Modefotograf, und sein Sohn Florian gelangen auf das Traumschiff. Lisa verliebt sich in Axel und lässt am Ende ihre Karriere sausen.

Im Film ist alles anders. Lisa (Heike Makatsch) ist zwar immer noch ein Star bei einem Fernsehsender, doch wegen mieser Einschaltquoten steht sie auf der Abschussliste. Ihre Mutter Maria (Katharina Thalbach) stürzt in ihrer Wohnung, als das Lied „Ich war noch niemals in New York“ im Radio läuft. Sie erwacht im Krankenhaus und hat ihr Gedächtnis verloren. Sie erkennt weder ihre Tochter, noch weiß sie wer sie ist. Einzig der Name New York sagt ihr etwas. Sie flüchtet aus der Klinik und schmuggelt sich auf die MS Maximiliane mit dem Ziel New York.

Lisa und Fred (Michael Ostrowski) gelingt es in letzter Sekunde, an Bord zu gelangen, jedoch werden sie zusammen mit Maria als blinde Passagiere entlarvt und müssen Putzdienst leisten, ansonsten sie der Polizei in New York übergeben werden. An Bord sind auch Professor Axel Staudach (Moritz Bleibtreu) und sein Sohn Florian (Marlon Schramm), der Zauberer Costa (Pasquale Aleardi) und zwei Gigolos, James (Mat Schuh) und Otto (Uwe Ochsenknecht), der in Maria seine einstige große Liebe wiedererkennt, die er „Sternchen“ nannte.

Veränderte Liedfolge

Die Liedfolge wurde ebenfalls verändert, Titel weggelassen, wie „Ein ehrenwertes Haus“, Lieder beigefügt, wie „Liebe ohne Leiden“, oder gar Texte umgeschrieben, wie der Titelsong oder „Aber bitte mit Sahne“, das zu „Auf der Maximiliane“ wurde. Die Choreografien von Christopher Tölle sind mal kämpferischer Natur, wie bei der Ouvertüre „Vielen Dank für die Blumen“ oder „Griechischer Wein“, bestehen aus klassischen Tanzschritten oder gar aus einem Wassernixen-Ballett zu „Zeig mir den Platz an der Sonne“. Jedenfalls irritieren die Geschichte wie auch die veränderten Texte alle, die das Musical auf der Bühne gesehen haben, und es dauert einen Moment, bis man diese Änderungen akzeptiert hat (oder auch nicht). Fragen kann man sich allerdings, warum die Original-Geschichte nicht beibehalten wurde. Ein paar aparte Momente werden gefallen, wie das melancholische „Liebe ohne Leiden“ oder das bereits erwähnte Ballett à la Esther Williams im Schiffspool. Einige Szenen triefen vor Kitsch, wie zum Beispiel als „Auf der Maximiliane“ wieder zu „Aber bitte mit Sahne“ wird. Komisch wirkt die Unterbringung des Schiffspersonals, die wie die Behausung in einer Strafkolonie aussieht. Wenn man sich einfach gehen lässt und die Musik genießt, kann der Film etwas gefallen.


Der Film wird nicht in luxemburgische Kinos kommen. Er läuft momentan in Trier im „CinemaxX“ und „Broadway“. Informationen zu den Spielzeiten findet man unter www.kino.de