LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

Blues-Rock-Band „Kid Colling Cartel“ veröffentlicht Debütalbum

Rockig, bluesig und tanzbar. Das „Kid Colling Cartel“ stellt am Samstagabend sein erstes Album vor: „In the Devil´s Court“ heißt die Platte der luxemburgischen Blues-Rock-Band. Die vier Musiker sehen sich unter anderem von Großmeister BB King inspiriert.

Bandgründer, Sänger, Liedschreiber und Gitarrist Stéphane Colling erklärt, warum Blues für ihn eine ganz besondere Rolle spielt und überhaupt nichts mit Traurigsein zu tun hat.

„In the Devil´s Court“ ist Eure erste Platte?

Stéphane Colling Es ist die erste LP der Band. Ich selbst hatte 2014 eine EP mit ersten Schritten veröffentlicht. Auf dem neuen Album ist nur ein Track von dieser EP, ansonsten alles neue Songs von mir. Und für alle Blues-Puristen haben wir noch einen Bonussong aufgenommen: „How blue can you get“ von BB King.

Wie würdest Du eure Musik beschreiben?

Stéphane Ich komme vom Blues, danach habe ich fünf Jahre Jazz in Paris studiert. Unsere Musik ist eine Mischung aus dem, was ich kann und aus dem, was mir Spaß macht. Darin finden sich auch Funk-, Jazz- und Groove-Elemente. Mein Spiel ist sehr bluesig und wir haben eine Hammond-Orgel. Es ist aber kein reiner Blues und für jeden zugänglich. Denn das Songwriting ist mir sehr wichtig. Ich mag es lieber zu schreiben, habe viele Geschichten zu erzählen und zu teilen. Aber nur traditioneller Blues, so sehr ich ihn auch mag, wäre für mich daher nicht interessant genug.

Aber dennoch spielt der Blues eine wichtige Rolle? Geht es um das Zelebrieren des Traurigseins?

Stéphane Den Blues machen seine Instrumente aus, aber es ist keine traurige Musik. BB King hat immer gesagt, was er am Blues mag, ist, dass die Leute tanzen. Das passiert durch Groove, Tempo und den Blues-Shuffle. Die Stimmung hängt auch davon ab, was man zu erzählen hat. Blues erzählt Geschichten, aber Geschichten sind manchmal prägender, wenn sie traurig sind. Und das ist die Kunst, dass man manchmal Ernstes auf freudiger Musik oder mit Humor erzählt.

Wer sind eure Vorbilder?

Stéphane Ich habe sehr viele Vorbilder. An der Gitarre BB King, Larry Carlton und Robben Ford, unser Album geht mehr in Richtung Tedeschi Trucks Band, The Allman Brothers Band oder Gary Clark Jr.

Warum singst Du auf Englisch?

Stéphane Dafür gibt es zwei Hauptgründe: Blues ist eine afroamerikanische Musik und ich bleibe diesen Wurzeln treu, es eröffnet international auch mehr Möglichkeiten. Und Blues würde auf Luxemburgisch komisch klingen.

Den Clip zur ersten Singleauskoppelung „My evil Side“ hat der Regisseur Sam Flammang gedreht. Passt der Clip zu eurer Musik?

Stéphane Definitiv. Wir wollten etwas Einfaches machen, was aber zum Song passt. Und der Song erzählt nun mal über die dunkle Seite, die jeder von uns in sich hat und die uns in komische Situationen bringt.

Ihr werdet Luxemburg im April beim „European Blues Challenge 2017“ vertreten - wie bereitet Ihr euch vor?

Stéphane Wir mussten uns dafür qualifizieren und es ist das perfekte Timing, weil das Album gerade erschienen ist. Das gibt uns die Möglichkeit, Luxemburg zu vertreten und das Album zu bewerben. Wie werden diesen Auftritt gut vorbereiten, schließlich geht es darum, die Bühne zu sprengen. Wir können aber keine ganze Show abliefern, weil jede Band nur eine halbe Stunde Zeit hat. Aber wir werden ein besonderes Arrangement machen und das Interessante an unserer Musik zeigen.

Das Konzert beginnt an diesem Samstag um 19.00 im Atelier. Der Eintritt kostet zwölf Euro. Als Vorbands des „Kid Colling Cartel“ spielen ab 19.30 „Heavy Petrol“ und „Fred Barreto Group“, jede der beiden Bands tritt für rund 30 Minuten auf.

Auf einen Blick

„Kid Colling Cartel“

Stéphane Colling, 32 Jahre, wurde in Kolumbien geboren, groß geworden ist er in Clervaux. Mit 17 Jahren hat er sich Gitarrespielen beigebracht und später an der „American School of Modern Music“ in Paris studiert. Das „Kid Colling Cartel“ gründete er 2012. Neben Colling (Gesang und Gitarre) gehören Vincent Charrue (Piano und Hammond Orgel), David Franco (Bass) und Florian Pons (Schlagzeug) zur Band. Die Musiker bezeichnen ihren Stil als „Modern Blues Rock“. Im Jahr 2014 hat die Band den Preis „So Blues“ (Europa Jazz) beim Rendez-vous de l’Erdre Festival in Nantes gewonnen, zwei Jahre später folgte eine Auszeichnung beim Bagnols Blues Festival. Am 7. April wird das „Kid Colling Cartel“ Luxemburg beim „European Blues Challenge 2017“ in Dänemark vertreten.