ZÜRICH
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Trump und 129 weitere Top-VIPs beim 50. Weltwirtschaftsforum in Davos

US-Präsident Donald Trump, Kanzlerin Angela Merkel, Klimaaktivistin Greta Thunberg - das sind die wohl prominentesten von etwa 3.000 Teilnehmern des Weltwirtschaftsforums (WEF). Zur Konferenz in Davos mit Topmanagern aus aller Welt haben sich in diesem Jahr 23 Premierminister – darunter auch Xavier Bettel -, 22 Präsidenten und fünf Angehörige von Königshäusern angekündigt. Dazu kommen bei der 50. Ausgabe des als „Speed-Dating der Mächtigen“ kritisierten Events noch Spitzen von internationalen Organisationen und andere Würdenträger, insgesamt 130 völkerrechtlich geschützte Personen, wie die Polizei in Zürich berichtete. Das Forum begann am Dienstag und dauert bis Freitag.

Das WEF wurde 1971 im Alleingang vom Wirtschaftsprofessor Klaus Schwab, geboren in Ravensburg, ins Leben gerufen. Zuerst hieß das Treffen „European Management Forum“. Dann wuchs der Anspruch: „Den Zustand der Welt verbessern“. Insgesamt hat das WEF sieben Themenblöcke vorgesehen, im Zentrum dürften aber vor allem zwei stehen: Geopolitik und Klima. Deshalb ist die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg vor Ort, aber auch der britischen Thronfolger Prinz Charles will über die Umwelt reden. Unter den Zuhörern sind 120 Milliardäre, von denen viele die Macht hätten, etwas zu ändern.

JPMorgan spottete einst, das Forum sei ein Ort, „wo Milliardäre Millionären erzählen, was die Mittelklasse fühlt“. Doch das WEF betont, dass bereits zahlreiche Initiativen angestoßen worden seien, etwa zur Armutsbekämpfung sowie für die Rechte von Frauen oder Homosexuellen. Für 2020 sind zwei konkrete Projekte geplant: Bis 2030 soll eine Milliarde Menschen fit für neue Jobs gemacht werden, die mit der Digitalisierung entstehen. Und im selben Zeitraum sollen eine Billion Bäume gepflanzt werden. Den Klimaschützern um Greta Thunberg reicht das nicht; sie fordern, dass sich die Teilnehmer verpflichten sollen, nicht mehr in fossile Energien zu investieren.

Greenpeace

Greenpeace kritisiert Luxemburg und den Finanzsektor

Greenpeace hat anlässlich des WEF einen Bericht mit dem Titel „It’s the finance sector, stupid“ vorgelegt, der untersucht, wie Banken, Pensionskassen und Versicherungen, die vor Ort sind, die WEF-Ziele verfehlen, in dem sie vor allem auf fossile Brennstoffe setzen. Insbesondere Luxemburg wird direkt angegangen. Greenpeace weist darauf hin, dass auch Luxemburg trotz der Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens weiterhin fossile Brennstoffe finanziert; insbesondere über den Pensionsfonds „Fonds de Compensation“. Zudem schätzt Greenpeace, dass das gesamte Aktienportfolio der in Luxemburg verwalteten Investmentfonds für mindestens 300 Millionen Tonnen CO2 jährlich verantwortlich ist. „Als einer der wichtigsten Finanzmärkte der Welt hat Luxemburg eine ganz besondere Verantwortung dafür, dass im Finanzsektor die richtigen Weichen in Bezug auf Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung gestellt werden“, erklärte Martina Holbach von Greenpeace Luxemburg. Jennifer Morgan, Geschäftsführerin von Greenpeace International, verlangte eine Reaktion der Aufsichtsbehörden, bevor es zu spät sei. „Wir befinden uns in einer Klimakrise, und auf einem toten Planeten wird es kein Geld geben.“
Laut Greenpeace haben seit der Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens Banken und Pensionskassen zusammen rund 1,4 Billionen Dollar in Kohle-, Erdöl- und Erdgasunternehmen investiert. In Davos seien auch fünf Versicherungsunternehmen vertreten, die zu den größten Investoren von Kohleprojekten gehören, kritisierte Greenpeace. CC

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Donald Trump

„Keine Zeit für Pessimismus“

Trotz düsterer Prognosen zu den Folgen des Klimawandels hat US-Präsident Donald Trump zu mehr Optimismus bei den anstehenden globalen Herausforderungen aufgerufen. „Angst und Zweifel sind nicht gut, wir sollten optimistischer nach vorne schauen“, sagte Trump am Dienstag zur Eröffnung der 50. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos - ohne dabei das Wort Klimawandel in den Mund zu nehmen. Weitere Aussagen:
„Wir müssen den andauernden Prozess des Untergangs und die Vorhersagen einer Apokalypse ablehnen. Dies ist keine Zeit für Pessimismus, dies ist eine Zeit für Optimismus. Man darf sich nicht von den Schwarzsehern beeinflussen lassen. Sie haben früher eine Katastrophe durch Überbevölkerung vorhergesagt, dann massive Hungerkrisen oder schlicht das Ende der Welt. Doch Innovationen und Fortschritt haben auch diese Warnungen entkräftet. Ich vertraue auf die Umwelt.“ DPA
Greta Thunberg

„Unser Haus brennt noch immer“

Klimaaktivistin Greta Thunberg hat Topmanagern und Spitzenpolitikern trotz anhaltender Forderungen nach mehr Klimaschutz Tatenlosigkeit vorgeworfen. „Leere Worte und Versprechen“ sollten den Eindruck erwecken, dass etwas für das Klima getan werde, sie brächten aber nichts gegen die Klimakrise, sagte die 17 Jahre alte Schwedin am Dienstag auf der Jahrestagung des WEF in Davos.
„Unser Haus brennt noch immer. Eure Untätigkeit heizt die Flammen stündlich an. Wir sagen euch immer noch, dass ihr in Panik geraten und so handeln sollt, als ob ihr eure Kinder über alles liebt.
Es bringt nichts, auf Technologien zu vertrauen, die heutzutage noch gar nicht existierten. Lasst uns das deutlich machen: Wir müssen die Emissionen nicht verringern. Unsere Emissionen müssen gestoppt werden. Dazu müssen unter anderem sofort alle Investitionen in die Gewinnung fossiler Brennstoffe gestoppt werden. Wir wollen nicht, dass diese Dinge bis 2050, 2030 oder selbst 2021 erledigt werden. Wir wollen, dass das jetzt geschieht. DPA

Thunberg hatte auf dem Weltwirtschaftsforum vor einem Jahr eine ihrer ersten international beachteten Reden gehalten. „Ich will, dass ihr in Panik geratet. Ich will, dass ihr handelt, als würde euer Haus brennen, denn das tut es“, hatte die junge Schwedin damals gesagt, um so auf die Dringlichkeit der Klimakrise hinzuweisen.
Foto: dpa-Bildfunk - Lëtzebuerger Journal
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