LUXEMBURG
MARCO MENG

Neuer Quartalsgewinn, Aussichten gut - ArcelorMittal ist auf dem Weg zurück

ArcelorMittal meldet sich wieder zurück. Trotz konjunktureller Unkenrufe hat der weltgrößte Stahlkonzern gestern für das dritte Quartal einen Gewinnanstieg von elf Prozent vorgelegt. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen legte der Profit auf 1,91 Milliarden US-Dollar (1,53 Milliarden Euro) zu, der Umsatz stieg gleichzeitig um zwei Prozent auf 20,1 Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieb für das im September geendete Quartal ein Gewinn von 22 Millionen Dollar. Vor einem Jahr war es noch ein Verlust von 193 Millionen gewesen. Insgesamt befindet sich der Stahlhersteller für das laufende Jahr dennoch mit einem Fehlbetrag von 131 Millionen Dollar in der Verlustzone.

Stahlnachfrage steigt

Positiv vermeldete der Konzern eine zunehmenden Stahlnachfrage, vor allem in den USA und Europa, den wichtigsten Märkten von ArcelorMittal, stieg die Nachfrage wieder an. Negativ schlugen die niedrigeren Preise für Eisenerz zu Buche. „Das Ergebnis dieses Quartals zeigt die beträchtliche Verbesserung im Stahlgeschäft, die den Einbruch des Eisenerzpreises mehr als ausgeglichen hat“, erklärte Konzernchef Lakshmi Mittal dazu. Mittal erwartet demnach auch keine Verschlechterung im vierten Quartal. Die Prognose für das Wachstum der globalen Stahlnachfrage für das Gesamtjahr hat ArcelorMittal allerdings von vormals 2,27 Prozent leicht auf 2,25 Prozent abgesenkt. Für die USA erwartet der Konzern einen Zuwachs von 8,25 bis 8,75 Prozent, für Europa soll das Plus zwischen drei bis 3,5 Prozent betragen.

Kein Fortschritt bei Schuldenabbau

Dass sich das lange schwächelnde Europageschäft wieder erholt, verdeutlichen die Bilanzzahlen. Mit beigetragen, den Cashflow des Unternehmens zu steigern, hatte auch der Verkauf von Circuit Foil Luxembourg Sarl (CFL) an das südkoreanische Konglomerat Doosan für 49 Millionen Dollar im Juli. Das konnte aber nicht verhindern, dass der Konzern beim Schuldenabbau dennoch einen Rückschlag erlitt. Nach den gestern vorgelegten Zahlen hat sich die Nettoverschuldung von ArcelorMittal im letzten Quartal auf 17,8 Milliarden Dollar erhöht, während man doch versucht, die Verschuldung auf 15 Milliarden zu senken, nachdem die Ratingagenturen Moody’s, Standard & Poor’s sowie Fitch die Bonitätsnote auf „Ramsch“-Niveau abgesenkt hatte, was den Aktienkurs des Unternehmens im Laufe des Jahres auch drastisch hat abstürzen lassen. Doch laut Finanzchef Aditya Mittal sind die Auftragsbücher voller als noch vor einem Jahr, und selbst die Ukrainekrise konnte der Produktion im ukrainischen Stahlwerk nichts anhaben: In Kasachstan und der Ukraine habe man die Produktion sogar steigern können, teilt der Konzern mit.

Für das Gesamtjahr bekräftige ArcelorMittal sein Ziel von mehr als sieben Milliarden Dollar Bruttoeinnahmen, das sind rund 5,6 Milliarden Euro.