NIC. DICKEN

Viele Verschwörungstheorien und exotisch anmutende Erklärungen zur grassierenden Corona-Pandemie machen in diesen Tagen und Wochen die Runde. Die Erklärungen reichen von der Strafe Gottes für das sündige Treiben der Menschen bis zur absichtlichen Schaffung und Verbreitung des todbringenden Virus durch die eine oder andere Wirtschaftsmacht zur Beschaffung eines wirtschaftlichen Nutzen für die eigene Volkswirtschaft. Mittlerweile wissen wir anhand von knapp zwei Millionen Infizierten und deutlich über 100.000 Toten, dass sich das Virus nicht steuern lässt und auch Landesgrenzen nicht beachtet.

So muten denn auch alle bisherigen Abwehrmaßnahmen als verzweifelte Versuche der maßgeblichen Politiker an, die Verbreitung einzudämmen, umso mehr als nach wie vor nicht einwandfrei geklärt ist, wie und unter welchen besonderen Umständen die Seuche sich verbreitet. Man scheint derzeit lediglich zu wissen, dass das Virus vor allem im zwischenmenschlichen Kontakt weitergereicht wird, wobei als gesichert angesehen wird, dass die Weitergabe in Form einer so genannten „Tröpfcheninfektion“, also durch Husten und Niesen erfolgt. Nachweise, dass eine Verbreitung durch die reine Atmung, also durch die Atemluft erfolgen könnte, liegen bis dato nicht vor.

Dafür aber sehen erprobte Naturwissenschaftler hinsichtlich des Ursprungs des Virus offenbar immer klarer: Wie schon andere Epidemien und Pandemien zuvor wäre die Verbreitung des Virus innerhalb der Menschheit darauf zurückzuführen, dass der Mensch immer wieder und immer weiter in Lebensräume vordringt, die seine nicht sind und für die er aufgrund eines durch die moderne Zivilisation bedingten Schwundes an körpereigenen Immunkräften auch nicht geeignet ist.

Schlagkräftigstes Argument in diesem Zusammenhang ist der Hinweis darauf, dass das rücksichtslose Vordrängen in weitgehend - von der als Zivilisation getarnten Ausbeutung durch den Menschen - unberührte Naturgebiete zwangsläufig der Lebensraum der dort angesiedelten Tierwelt einengt und vernichtet. Den unvermeidbaren Kontakt zwischen Mensch und weitgehend unerforschter Fauna scheint diese besser zu verkraften, weil sie sich, allerdings mit bislang unabsehbaren Folgen, auch an die neue vermenschlichte Umwelt anzupassen vermag. Dazu ist die Spezies Mensch allerdings nicht unbedingt vorbereitet, und so kann die Katastrophe ihren Lauf nehmen.

Die alte Theorie, nach der der Mensch geschaffen wurde, um über die Welkt zu herrschen, gerät hier gewaltig ins Trudeln und bestärkt den Eindruck des Zauberlehrlings, der schon für so manche Katastrophe in der jüngeren Erdgeschichte verantwortlich war, Klimawandel inklusive. Das wird auch der transatlantische Großkotz am Ende erkennen müssen, der noch vor einigen Wochen wissen ließ, er habe das Virus in seinem Land „unter Kontrolle“.

Abgerechnet wird am Schluss, und dass die Natur sich in absoluter Folgerichtigkeit durchsetzen wird, dürfte ziemlich sicher sein.