LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„American Hustle“ von David O. Russell

Im Vorspann von David O. Russells Film „American Hustle“, dessen Geschichte im April 1978 beginnt, ist zu lesen: „Some of this actually happened“. Eine intensivere Recherche ergibt, dass Eric Warren Singer und David O. Russell sich für ihr Drehbuch an der Abscam-Operation des FBI inspiriert haben.

Ursprünglich sollte diese verdeckte Operation den Handel mit gestohlenen Waren aufdecken. Danach richteten sich die Aktionen gegen die Korruption in den Reihen der amerikanischen Politik. Das FBI engagierte den verurteilten Trickbetrüger Melvin Weinberg, der den Agenten als Lockvogel diente. Was allerdings im Film mit den wahren Ereignissen übereinstimmt, wird der Zuschauer kaum beurteilen können.

Betrug im Namen des FBI

Aus Weinberg wurde im Film Irving Rosenfeld (Christian Bale), welcher der Inhaber einiger Wäschereien ist, nebenbei Kunstfälschungen verkauft und einen fraglichen Geldverleih betreibt. Er lernt die attraktive und intelligente Sydney Prosser (Amy Adams) kennen, die er in seine Geldgeschäfte einweiht, und die ihm fortan unter dem Namen Lady Edith Greensley dabei behilflich ist. Irving ist mit Rosalyn (Jennifer Lawrence) verheiratet, deren Sohn er adoptiert hat. Eines Tages wird Sydney vom FBI-Agenten Richie DiMaso (Bradley Cooper) in eine Falle gelockt und verhaftet. Rosenfeld wird von DiMaso vor die Wahl gestellt, ihm bei der Überführung von wenigstens vier korrupten Politikern zu helfen, ansonsten droht Sydney eine hohe Strafe.

Komplizierter Handlungsstrang

Mit endlosen Dialogen werden die Betrügereien von Rosenfeld und Sydney im ersten Teil des Films erzählt. Dass es dumme Leute gibt, weiß jeder. Hier bezahlen aber mittellose Menschen 5.000 Dollar, im Wissen, dass sie diesen Einsatz nie zurückerstattet bekommen, und in der Hoffnung, dass Rosenfelds Partner ihnen vielleicht Geld leihen werden.

Bei den Betrügereien in Zusammenarbeit mit DiMaso muss man viel Konzentration aufbringen, um in den vielen Dialogen und den defilierenden Figuren nicht den Faden zu verlieren. Einzig die Streitereien zwischen DiMaso und seinem Vorgesetzten Thorsen (Louis C. K.) sorgen für ein paar lustige Momente. Ein konventioneller Schnitt und eine einfallslose Kameraführung beleben das Geschehen nicht, obwohl der Film als beste Komödie mit dem Golden Globe ausgezeichnet wurde!

Amy Adams, die mit dem Golden Globe als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde, spielt ihre Rolle mit Verschmitztheit und strahlt zudem eine enorme Erotik aus. Auch Jennifer Lawrence wurde mit dem Golden Globe als beste Nebendarstellerin belohnt. Dann wäre noch Christian Bales komische Frisur zu erwähnen, und Robert De Niro als Mafioso Tellegio. Trotz einer guten Besetzung, drei Golden Globes und zehn Oscar-Nominierungen muss man „American Hustle“ aber nicht gesehen haben.


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