LUXEMBURG
NIC. DICKEN

Luxinnovation will Erneuerung der Wirtschaft konsequent unterstützen

Als Luxinnovation 1984 gegründet wurde, gab sich der Handwerkssektor noch eher zurückhaltend, weil Innovation gleichgesetzt wurde mit Forschung und Entwicklung und niemand sich so recht vorstellen konnte, wie ein klassischer Handwerksbetrieb im Forschungsbereich aktiv werden könnte,“ so der beigeordnete Direktor der Handwerkskammer, Michel Brachmond, gestern zur Eröffnung der Bilanzpressekonferenz von Luxinnovation in der Handwerkskammer, der auch Wirtschaftsminister Etienne Schneider beiwohnte.

Innovationsdrang bei Klein- und Mittelbetrieben

Mittlerweile aber, wie Gilles Schlesser, der Direktor von Luxinnovation, später unterstrich, sind 70% der „Kunden“ seiner Agentur und 60% der Empfänger von staatlichen Forschungszuschüssen kleine und mittlere Unternehmen, die sich angesichts immer stärkerer Konkurrenz um Erneuerung sowohl bei Produkten als auch bei Herstellungsverfahren bemühen. Seit 1998 ist die Handwerkskammer fester Partner von Luxinnovation und das Handwerk selbst zeichnet sich immer mehr aus durch Ideenreichtum und neue Konzepte, mit denen die Betriebe sich national und auch gegenüber der grenzüberschreitenden Konkurrenz in Szene setzen können.
Bildungswesen braucht Revolution

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei Innovation ein wesentlicher Vorteil, um die eigene Position zu verteidigen und zu stärken, so Raymond Schadeck, der im vergangenen Jahr die Präsidentschaft von Luxinnovation übernommen hatte. Entscheidend dabei sei eine enge Kooperation mit Forschungseinrichtungen, wovon die Firmen mittlerweile regen Gebrauch machen. Generell, fehle es in Luxemburg aber weiter an Unternehmergeist, der persönlichen Einsatz und Risikobereitschaft voraussetze. Zum Umfeld, das im Sinne eines Mentalitätswandels verändert werden müsse, gehöre auch ein neues Bildungswesen. Hier sei mittlerweile nicht mehr nur eine Reform, sondern eine Revolution nötig, um möglichst schnell auf die richtige Spur zu kommen.

Innovation finde statt von Menschen für Menschen, so Schadeck.
Diversifizierung braucht Innovation

Auch Wirtschaftsminister Etienne Schneider sieht für die Wirtschaftsentwicklung eine zentrale Rolle für Forschung, Entwicklung und Innovation, mit denen die Diversifizierung auf Biotech, Ökotech, Logistik und Informationstechnologien vorangetrieben werden soll. Anhand von konkreten Zahlen wies der Minister nach, in welchem Maß die Innovationsbemühungen von den sukzessiven Regierungen gefördert wurden.

Trotz gedrückter Finanzlage sollen die entsprechenden Budgetposten zumindest stabilisiert werden, während das bestehende Instrumentarium konsequent an die Bedürfnisse der Unternehmen angepasst werden soll. Mit den Unternehmen, an denen der Staat beteiligt ist, wurde eine Vereinbarung getroffen, in den kommenden Jahren weiterhin massiv in Erneuerung und in verbesserte Infrastrukturen zu investieren.

Es gelte, jetzt schon, das Land auf die Nachkrisenzeit vorzubereiten, um ihm neue Wachstumsperspektiven zu sichern.