LUXEMBURG
IZ

Privatwinzer präsentieren 9. Auflage der „Charta Luxembourg“

Das Weinjahr 2016 verlangte den Winzern einiges ab, der Frost setzte den Produzenten und den Reben extrem zu. Bewirtschaften doch die rund 450 Haupt- und Nebenerwerbswinzer etwa 1.300 Hektar Weinberge.

„Trotz aller Widrigkeiten können wir sagen, dass wir hervorragende Weine präsentieren können“, erzählt der Sekretär der Privatwinzer, Guy Krier, im „Journal“-Gespräch bei der gestrigen 9. Weinvorstellung der „Charta Luxembourg“.

Ein absolut naturbelassenes Produkt

„Wir können also resümieren, dass 2016 ein recht gutes Jahr war, wenn auch mit vergleichsweise geringem Ertrag.“ Wobei Krier im gleichen Atemzug auf die „Charta“ einschwenkt. „Für die Charta der Luxemburger Privatwinzer ist Wein ja ein absolut naturbelassenes Produkt“, betont er. Ein Produkt, das für sein Ursprungsgebiet stehe und dessen Eigenarten in sich vereine. Die Charta-Philosophie sei so ein klares Bekenntnis zur naturbelassenen Weinproduktion. Die Bereitschaft, sich den überaus strengen Regeln zu unterwerfen, wie der Verzicht auf Anreicherung, die Vorschrift der organischen Düngung, und die Begrenzung des maximalen Ertrages auf 60 Hektoliter je Hektar, zeige auch, „wie ernst es uns Privatwinzern mit diesem Projekt ist. Mit dem 2007er Jahrgang haben so sieben Pioniere diesen neuen Weg an der Mosel begonnen, heute präsentieren hier in der ‚Banque Internationale à Luxembourg‘ acht ihre Weine des Jahrgangs 2016.“ 2016 deshalb, weil erst trinkbare Weine von den Winzern vorgestellt werden.

So konnte man sich in der „BIL“ von sehr „konzentrierten Weinen“ überzeugen, wie Krier betont. Es standen Produkte der Weingüter Keyser-Kohll, Domaine Viticole Kohll-Leuck, Domaine Viticole Laurent und Rita Kox, Domaine Viticole Krier-Welbes, Domaine Viticole Häremillen, Domaine Viticole Max-Lahr&fils, Schlink Domaine Viticole und Domaine Viticole Schumacher-Lethal et Fils zur Verkostung bereit. Darunter „Pinot Gris“ im Holzfass ausgebaut, „was die Sorte recht gut vertragen kann“, aber auch Rieslinge mit besonderer Fruchtigkeit und zwei „Pinot Blanc“. Weißburgunder, der gerne verkannt wird, aber ein gutes Beispiel für „ein hervorragendes Produkt, auch für die Gastronomie, darstellt. Darüber hinaus gab es Gewürztraminer und auch „Pinot Noir“ zu verkosten. Durch gemeinsame Aktionen werde auch kleineren Betrieben die Möglichkeit gegeben, „nationale wie auch internationale Anerkennung zu erlangen. Unser Projekt fördert auch insgesamt die Nachhaltigkeit des Luxemburger Weinbaus und setzt die Weichen für kommende Winzergenerationen“, erklärt Krier. Ganz nach dem Grundsatz: „Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht Anbetung der Asche.“


www.privatwenzer.info