CLAUDE KARGER

Och nee. Kaum ist der CSV-Spitzenchef einmal „Chefredakter fir een Dag“ in der Bistumszeitung - „Claude Wiseler fand sich auf Anhieb in seiner Rolle zurecht“, schwärmt das Blatt - und schon schafft er den samstäglichen Wochenrückblick ab, der manchmal richtig bissig sein kann. Futter wäre in der Lage-der-Nation-Woche jedenfalls reichlich da gewesen. Etwa die alten auf neu gebürsteten Zukunftspläne der Christsozialen, die ausziehen, mit der Dampfwalze die Gemeindelandschaft platt zu machen, dieser Burka-Krampf und andere „Themen die bewegen“. Bewegung gab es auch international. Wieder mal schäkerten die Koreaner ein wenig am 38. Breitengrad - ob daraus eine Dauerparty wird? Höchst ungewiss. Und dann fuhr der deutsch-französische - Pardon, mittlerweile französisch-deutsche Motor - im Weißen Haus vor. Das Treffen des Hausherrn mit „Frenchie number one“ geriet beinahe zur „Bromance“, jenes mit der Deutschkanzlerin scheint trotz Schmatzerl ziemlich kühl zu sein: „Frau Dr. Merkel zu Besuch beim freundlichen Herrn“, titelte da das e-“T“. Bei all der Hektik scheint der Fratzenbuch-Skandal fast schon vergessen. Dabei müssen wir uns echt Sorgen um Datenschutz machen, denn, wie die EU-Justizkommissarin es im „T“-Interview formuliert, sind wir eigentlich alle „nackt im Aquarium“. Brrr. Uns fröstelt plötzlich.