LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Ärzte ohne Grenzen: Ebola-Epidemie in Liberia „alles andere als vorüber“ - Luxemburg unterstützt UNO bei Hilfslieferungen

Zum ersten Mal seit Ausbruch der Ebola-Epidemie ist die Zahl der Patienten in Liberia zurückgegangen. Dennoch sei die Epidemie „alles andere als vorüber“, warnte „Médecins sans Frontières“ (MSF) gestern in einer Mitteilung. Die internationale Hilfe müsse nun schnell an die neue Phase der Epidemie in Liberia angepasst werden. Gleichzeitig hat die „Direction de la défense“ den Vereinten Nationen auf Anfrage Transportkapazitäten für die Beförderung humanitärer Güter nach Conakry (Guinea), Freetown (Sierra Leone) und Monrovia (Liberia) zur Verfügung zu stellen. Eine Antonov AN-124 hat den UN-Logistikstützpunkt in Brindisi (Italien) am 3. November in Richtung der drei Städte verlassen. Die Mission sei laut erfolgreich verlaufen, heißt es aus dem Außenministerium. Luxemburg hat den Vereinten Nationen einige der Flugstunden bereitgestellt, über die sie im Rahmen des „Strategic Airlift Interim Solution“-Nato-Programms verfügt.

Flexibler Einsatz notwendig

Laut MSF werden im 250-Betten-Zentrum „Elwa 3“ in Monrovia etwa 50 Patienten. In Foya in Nordliberia befinde sich seit Ende Oktober kein Patient mehr in Behandlung. Bestätigte neue Fälle gebe es seitdem in diesem Bezirk keine mehr. Allerdings könne die Zahl der Patienten auch schnell wieder ansteigen. Ähnliche Beobachtungen hat Ärzte ohne Grenzen bereits zweimal zuvor in Guinea gemacht. Nach dem die dringend benötigte internationale Hilfe in Liberia endlich angelaufen sei, sei es jetzt wichtig, flexibel zu sein „um auf neue Ausbrüche schnell reagieren zu können und gleichzeitig das reguläre Gesundheitssystem trotz Ebola wieder funktionsfähig zu machen“, berichtet Fasil Tezera, Landeskoordinator von MSF in Liberia. Wichtig sei es, flexible und gut ausgestattete Teams schnell in Gebiete mit neuen Krankheitsherden zu entsenden, um die dortigen Patienten zu isolieren.

Für die Hilfsprojekte im Kampf gegen Ebola sind rund 3.300 Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in Guinea, Liberia und Sierra Leone im Einsatz.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 7. November ist die Zahl der Ebola-Fälle in Westafrika insgesamt auf 13.268 gestiegen, rund 200 mehr als wenige Tage zuvor. Fast 5.000 Menschen starben nach den offiziellen Zahlen bisher an der Seuche. In Liberia erkrankten laut WHO 6.619 Menschen, 2.766 von ihnen starben.