KARLSRUHE
CORDELIA CHATON

Sebastian Bayer, dm-Geschäftsführer für Marketing + Beschaffung, kennt sich mit Toilettenpapier aus

Im Jahr 1973 eröffnete der erste dm-Markt in Karlsruhe. Heute ist dm in 13 europäischen Ländern mit mehr als 3.500 Märkten präsent. In Luxemburg gibt es kein Geschäft, wohl aber jenseits der Grenze in Perl. Dort kaufen auch viele Luxemburger ein. Wir haben nachgefragt, welche Toilettenpapiersorten gefragt sind.

Foto: dm - Lëtzebuerger Journal
Foto: dm

Wie viele Sorten Toilettenpapier hat dm im Angebot?

Sebastian Bayer Da Toilettenpapier, neben Taschentüchern und Küchentüchern als klassisches Drogerieprodukt zum Kernsortiment bei dm gehört, haben wir hier einige Produkte im Angebot. Dabei setzen wir auf eine breite Auswahl an Produkten von dm-Marken sowie Marken von Industriepartnern. Unser Angebot setzt sich unter anderem aus unserer dm-Marke „Sanft & Sicher“, einer Auswahl von „Zewa“, aber auch Recyclingtoilettenpapier des Unternehmens ‚Danke' zusammen. In diesem Jahr haben wir zudem die Po Dusche von „HappyPo“ als innovative Alternative in unser Sortiment aufgenommen.

Wie viel Toilettenpapier gibt es auf dem Markt?

Bayer Toilettenpapier ist als alltäglicher Gebrauchsgegenstand dauerhaft gefragt und durch die Vielzahl an Anbietern gibt es sehr viele Produkte. Es dürften alleine 100 Varianten für trockenes Toilettenpapier sein.

Was ist der Standard?

Bayer Dreilagiges Toilettenpapier wird von unseren Kunden am häufigsten nachgefragt.

Warum bieten Sie saisonales Toilettenpapier an? Welche Motive gibt es und wer kauft so etwas?

Bayer Wir nehmen saisonale Themen immer wieder zum Anlass, unser Produktsortiment zeitweise zu ergänzen. Unser Sortiment richten wir nach den Wünschen und Bedürfnissen unserer Kunden bestmöglich aus und versuchen so, Trendthemen aufzunehmen und für unsere Kunden erlebbar zu machen. Saisonale Motive oder Trendtiere wie das Einhorn, Faultier oder der Mops können ein Gefühl der Unbeschwertheit mit sich bringen, das viele Menschen mit ihrer Kindheit verbinden. Die verspielten Designs sorgen für eine schöne Abwechslung und können dieses Gefühl in den Alltag transportieren. Wir haben bereits viele weitere Ideen im Kopf und freuen uns auf die Umsetzung.

Geht der Trend zu feuchtem oder Recyclingpapier?

Bayer Es ist klar zu erkennen, dass feuchtes Toilettenpapier schon länger im Trend ist. Unsere Kunden legen immer mehr Wert auf nachhaltige Produkte daher steigt die Nachfrage an Recyclingpapier immer weiter.

Was tut dm im Umweltbereich bei Toilettenpapier? Oder ist da angesichts der großen Produzenten gar kein Spielraum?

Bayer Das Thema Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein ist dm besonders wichtig. Aus diesem Grund bieten wir alle klassischen Drogerieprodukte wie Küchentücher, Taschentücher und auch Toilettenpapier sowohl von unserer Eigenmarke „Sanft & Sicher“ sowie von Industriepartnern als Recyclingvariante an.

Wir bei dm setzen bei den Frischfaserprodukten unserer dm-Marke „Sanft & Sicher“ auf zertifizierte Zellstoffe. Meist sind diese Stoffe FSC-zertifiziert. Wir achten darauf, dass Produkte mit einer großen Stückzahl aus regionalen Hölzern und Wertschöpfungsketten hergestellt werden. Mit dem dm-Nachhaltigkeits-Kleeblatt auf der Produktverpackung können unsere Kunden die jeweiligen Informationen zum Produkt erfahren.

Ist Recyclingpapier gut zur Umwelt aber schlecht zur Haut?

Bayer Recyclingtoilettenpapier besitzt eine gute Qualität und ist gut verträglich.

Luxemburger lieben dreilagiges Papier

Was bevorzugen Luxemburger beim Toilettenpapier? Wir haben bei „Cactus“ nachgefragt. Dort macht dreilagiges Papier den Großteil des Sortiments aus, denn es wird am häufigsten nachgefragt – bevorzugt in den Farben Blau, Weiß und Rosa. Aber die umweltbewussten Luxemburger kaufen gern ökologisches Papier der Marke „Mach mit….“ – ebenfalls in der dreilagigen Version. Ebenfalls sehr gefragt ist Feuchtpapier. Hier bietet „Cactus“ Marken wie Scottex und Edet an. Insgesamt importierte Luxemburg 15.858 Tonnen Toilettenpapier im vergangenen Jahr. Pro Toilettengang werden acht bis neun Blätter benutzt. Auf 83 Millionen Rollen wird die tägliche Produktion weltweit geschätzt.

Brexit-Furcht vor Klopapier-Krise

Die Briten sollen laut Statistik einen hohen Bedarf an Toilettenpapier haben, den sie überwiegend durch Importe decken. Da könnte der Brexit zu einem Gau im Stillen Örtchen führen. Die Düsseldorfer Firma Hakle brachte das auf eine Idee. Werbewirksam verpackte sie 1.440 Rollen rosa Klopapier und verschickte die riesige Ladung mit der Aufschrift „Keep calm and call Hakle“ an den königlichen Buckingham-Palast in London. Für die Hoheiten hatte man vierlagige Ware gewählt. Doch die lehnten das Care-Paket aus Sicherheitsgründen ab. Am Ende freute sich die Woodcote High School in London über die Ladung „Traumweich“.