LUXEMBURG
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Statec: Niedrige Erdölpreise seit 2013 kamen Haushalten und Unternehmen zugute

Das Überangebot von Erdöl auf dem Weltmarkt hat seit 2012 zu einem starken Preisverfall bei Erdölprodukten geführt. Nachdemsich der Preis für die Sorte „Brent North Sea“ zwischen 2000 und 2008 auf 133 US-Dollar verdreifacht hatte, brach er infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise auf 50 Dollar im April 2009 ein und brauchte zwei Jahre, um die 100 Dollar-Marke wieder zu erreichen. Ab 2012 ging es dann wieder abwärts. Gestern lag der Preis bei 49,42 Euro. Zum Zeitpunkt, als der Statec die Auswirkungen des Rohölpreisverfalls auf Haushalte und Unternehmen in Luxemburg näher unter die Lupe nahm, lag er bei 35 Dollar. Den gestern veröffentlichten Berechnungen von Peter Höck zufolge führten die niedrigen Erdölpreise - welche bekanntlich die Inflation bremsen und damit auch die Auszahlung der nächsten Indextranche verzögern - zwischen 2013 und 2015 Minderkosten von rund 136,5 Millionen Euro für die Haushalte gebracht - das entspricht 0,5 Prozent des gesamten verfügbaren Einkommens.

250 Millionen Euro Minderkosten für die Unternehmen

Jeder der rund 220.700 Haushalte „sparte“ also im Jahr 2013 etwa 90 Euro, während die 233.300 Haushalte im Jahr 2015 etwa 333 Euro weniger für Energiekosten aufbringen mussten im Vergleich zu 2012. Merke: niedrige Rohölpreise drücken mit etwas Zeitverzögerung auch die Strom- und Gaspreise. Betrachtet man nur die Haushalte, die mit Öl heizen und einen Durchschnittsverbrauch von 2.500 Litern pro Jahr verzeichnen, summieren sich die Einsparungen sogar auf 1.050 Euro über die letzten vier Jahre. Was die Unternehmen anbelangt, so haben sie durch die niedrigen Rohölpreise über die letzten drei Jahre insgesamt rund 250 Millionen Euro einsparen können. Nach ersten Preissenkungen für Öl und Strom im Jahr 2013, versechsfachten sich die Ersparnisse im darauf folgenden Jahr. Die Betriebe mussten damals 29 Millionen Euro weniger für Erdgas, 22 Millionen weniger für Industriegas und 20 Millionen weniger für Strom aufwenden.

Dass die verschiedenen Wirtschaftszweige sehr unterschiedlich von den Preisverfällen profitieren, liegt auf der Hand. Energieintensive Aktivitäten wie der Transport können hier mehr einsparen, als etwa die Finanz- und Versicherungsbranche, die ein Viertel des wirtschaftlichen Mehrwerts im Land erzeugt, aber nur drei Prozent ihres Verbrauchs ist energiebedingt. „Makroökonomisch gesehen haben die fallenden Ölpreise nur einen geringen Einfluss auf die Gesamt-Profitabilität“, schlussfolgert Höck.