LUXEMBURGDANIEL OLY

„The Butler“ macht die Bürgerrechtsbewegung in Amerika hautnah erlebbar

Historisch angehauchte Filme gibt es
wie Sand am Meer. Auch Filme mit dem Prädikat „basierend auf einer echten Geschichte“. Trotzdem ist Lee Daniels’ „The Butler“ etwas Besonderes, denn er schafft
es, amerikanische Geschichte hautnah zu erlebbar
zu machen.

Der Film erzählt die abgeänderte Geschichte von Eugene Allen, der hier durch die Figur des Cecil Gaines ersetzt und von dem wie immer genial spielenden Forrest Whitaker gespielt wurde.

Als autobiographische Erzählung führt er uns durch die Geschichte der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und den damit zusammen hängenden Veränderungen in der amerikanischen Gesellschaft. Das Geniale daran: Cecil Gaines nimmt nie aktiv Teil, er ist stets nur ein stummer Zeuge seiner Zeit. Nicht nur, weil der Film damit auch das Publikum gleichsam einbindet, sondern auch, weil Cecil Gaines gleich mehrere eher ungewöhnliche Auftragsgeber hat: Die Präsidenten der Vereinigten Staaten zwischen 1957 und 1981.

Im Schnelldurchlauf

Als Hauspersonal im Weißen Haus erlebt Gaines hautnah mit, wie der jeweils amtierende Präsident mit den Geschehnissen im eigenen Land, mit den Forderungen der Bürgerrechtsbewegungen und den Problemen der afroamerikanischen Bevölkerung umgeht, wie leere Versprechungen gemacht und falsche Aussagen getroffen werden - und darf dabei keine Mine verziehen. Bei seinem ersten „Vorstellungsgespräch“ wird ihm unmissverständlich klar gemacht, dass man im Weißen Haus keine Toleranz für Politik kenne. Übrigens eine der wenigen Szenen mit Humor in dem ansonsten eher trist-dramatischen Film, denn die Erlebnisse von Gaines’ Sohn Louis und seiner Mutter Gloria (erstaunlich überzeugend verkörpert durch Oprah Winfrey) stehen im krassen Kontrast zu dem sterilen, sauberen Umfeld der Präsidenten.

Während Gloria zunehmend dem Suff verfällt, weil ihr Mann nur für seine Arbeit lebt, engagiert sich Louis in jeder Bürgerrechtsbewegung und läuft dabei mehrfach gegen die Wand - und der Zuschauer gleich mit.

Eine Geschichte von zwei Welten, denn Vater und Sohn sind sich nicht oft einig.

Dass es am Ende dennoch gut ausgeht wissen wir zwar, doch manchmal lohnt es sich, den Weg genauer zu beleuchten.

Ein nachdenklicher Film in Starbesetzung.