LUXEMBURG
NANCY LAMBERT

Wie acht junge Künstler aus Luxemburg sich für Umweltschutz einsetzen

Das Plätschern eines Bachs ist zu hören. Im Hintergrund ertönt Vogelgesang. Ein leises Insektenbrummen mischt sich unter die Geräuschewelt. Was sich zunächst nach typischer Entspannungsmusik anhört, ist tatsächlich der Anfang des Musikvideos „Pachamama“. Dieses wurde von der sich für Entwicklung in Afrika, Asien und Lateinamerika einsetzenden Nichtregierungsorganisation „Frères des Hommes“ (FDH) umgesetzt. Sieben Rapper sowie eine Sängerin haben bei diesem Projekt mitgewirkt - in sechs verschiedenen Sprachen: Luxemburgisch, Französisch, Portugiesisch, Italienisch, Englisch und Spanisch.

Koordinator Carl Hahn erzählt über den Ursprung der Idee: Am Ende seines Volontariats bei „Frères des Hommes“ stand die Planung und Umsetzung eines eigenen Projekts auf dem Programm. Das Thema war freigestellt, sollte jedoch im Einklang mit seinen Interessen sein. Für Carl Hahn war gleich von Anfang an sicher, dass es sich dabei um ein Musikvideo drehen sollte, mit dem er, mit Hilfe seiner Mehrsprachigkeit, eine größtmögliche Reichweite erzielen wollte. Gepaart mit der Entschlossenheit, vor allem junge Menschen für Umwelt und Natur zu sensibilisieren, entstand allmählich die Grundlage des Projekts.

Der menschliche Körper als Musikinstrument

Nachdem der portugiesische Rapper Piloco (João Pedro de Oliveira Gaspar) auf die Idee aufmerksam wurde, kam das Projekt allmählich ins Rollen. Piloco habe sich sogleich begeistert gezeigt und einen Songtext über die fünf Elemente Erde, Feuer, Wasser, Luft und Liebe geschrieben. „Jeder Künstler hat an seinem eigenen Text gearbeitet“, erklärt Carl Hahn, der sich als Don Cee ebenfalls als Rapper beteiligt hat. Sowohl beim Verfassen der Texte, als auch bei der Umsetzung des Musikvideos habe es kaum Schwierigkeiten gegeben. Die größtenteils aus Naturgeräuschen bestehende Melodie wurde durch „Beatboxing“ ergänzt, sodass auch „der menschliche Körper als Musikinstrument“ benutzt werden konnte.

Doch Musik ist nicht das Einzige, was „Pachamama“ ausmacht. Zum Projekt gehören ebenfalls Graffiti und Tanz. „Pachamama“ ist das erste Musik beinhaltende Projekt, das bei „Frères des Hommes“ umgesetzt wurde. Wann es veröffentlicht wird, steht auch bereits fest: am Sonntag, dem 22. April, dem Internationalen Tag der Erde. Am diesem Tag wird um 17.00 in der „Maison de la Transition“ (MESA) in Esch-Alzette der japanische Zeichentrickfilm „Prinzessin Mononoke“ von Hayao Miyazaki ausgestrahlt, der auf eine poetische Art und Weise das Verhältnis zwischen Mensch und Erde aufgreift.

Ein Kontrast zu klassischen Kampagnen

Was macht das „Pachamama“ jedoch so besonders? Piloco hat daraufhin gleich eine Antwort parat: Die Musik vereine Menschen und helfe dabei, Emotionen auszudrücken. Er wolle nicht die Wirksamkeit von Naturschutzkampagnen in Frage stellen, doch „Bild und Ton haben gemeinsam viel mehr Aussagekraft als ein Flyer.“

Wie es um eine weitere Zusammenarbeit der jungen Talente steht, ist noch ungewiss. Sowohl Carl Hahn, als auch Piloco können sich weitere Musikprojekte vorstellen, haben dies jedoch noch nicht besprochen. Man müsse zunächst abwarten, was den jungen Künstlern in den kommenden Monaten einfalle, erklärt Hahn. „Es würde mich jedoch wirklich freuen, erneut mit ihnen zusammenarbeiten zu können.“


Weitere Informationen über
die Organisation „Frères des Hommes“
unter www.freresdeshommes.lu