LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Kassationshof lehnt Antrag von Drogenbandenchef ab

Am Donnerstagmorgen haben die obersten Richter des Kassationshofes in Luxemburg den Kassationsantrag des „G33“-Drogen-Bandenchefs Joseph E. (49) abgelehnt. Joseph E. organisierte die Strukturen für einen florierenden Handel mit Kokain, Heroin und Marihuana im hauptstädtischen Bahnhofsviertel.

In seinem Haus in Wasserbillig auf Nummer 33, kassierte er die Einnahmen - als Mieten verschleiert. Vom 3. Juli bis zum 26. Oktober 2015 identifizierten die Ermittler insgesamt 133 verschiedene Bewohner, laut Polizei mutmaßliche Drogendealer, die dort ein und ausgingen.

Nach ihrer Ansicht waren es vorrangig Nigerianer die im hauptstädtischen Bahnhofsviertel Konsumenten mit Kokain, Heroin und Marihuana versorgten. In erster Instanz wurde Joseph E. im März 2017 zu einer Gefängnisstrafe von 15 Jahren ohne Bewährung verurteilt. Er ging in Berufung.

Das Berufungsgericht senkte das Strafmaß im Februar 2018 auf zwölf Jahre. Mit der Ablehnung des Kassationsantrags sind jetzt alle Rechtsmittel für Joseph E. vor Luxemburger Instanzen ausgeschöpft. Seine Verurteilung ist rechtskräftig.

Weil E. in allen juristischen Instanzen abgeblitzt ist, will sein Verteidiger jetzt die Sache vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) bringen. Der ehemalige Besitzer der „Nice Bar“ in der Rue de Strasbourg beteuert nach wie vor seine Unschuld. In der Presse stellt er sich gerne als Opfer von Willkür und Rassismus dar.

Die Ablehnung des Kassationsantrags ist eine Ohrfeige für die nigerianische Drogenmafia und könnte Luxemburg dazu zwingen, seine Rechtsprechung anzupassen. Denn das Unbehagen in der Bevölkerung ist gewaltig.