LUXEMBURG
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Der meteorologische Winter 2018/2019 im Rückblick

Der staatliche Wetterdienst der „Administration des services techniques de l’agriculture“ (ASTA) des Landwirtschaftsministeriums hat eine regionale Analyse des meteorologischen Winters 2018/2019 (1. Dezember 2018 bis 28. Februar 2019) vorgenommen, die aus dem Messnetz von 32 automatischen Wetterstationen aus allen Regionen Luxemburgs hervorgeht. Dabei wurden die diesjährigen Wetterdaten mit den Durchschnitten der Referenzperiode 1981-2010 verglichen. Ein besonderer Fokus wurde auf die vier repräsentativen Stationen Asselborn (Norden), Clemency (Süd-Westen), Remich (Moseltal) und Grevenmacher (Moseltal) gelegt.

Rekordtemperaturen am 27. Februar

Die mittleren Temperaturen waren an der Station Asselborn +1,6 Grad, in Clemency +1,3 Grad, in Remich +1,2 Grad, und in Grevenmacher um +1,1 Grad höher als der langjährige Mittelwert. Sowohl im vergangenen Dezember als auch im Februar waren die Temperaturen im Schnitt höher als in der Referenzperiode. Nur der Januar war an allen Stationen etwas kühler als die Referenzperiode. Aus der Auswertung der Tagesmitteltemperaturen der Station Clemency beispielsweise erkennt man sowohl Anfang als auch Mitte Dezember jeweils eine Periode in der eine milde Westströmung dem Land überdurchschnittlich hohe Temperaturen brachte. In der zweiten Januarhälfte hingegen sorgte Hochdruckeinfluss für etwa eine Woche für wolkenlosen Himmel, der dem Land frostige Nächte bescherte. Der Winter 2018/2019 endete mit ungewöhnlich hohen Temperaturen. So wurden in Luxemburg Stadt am vergangenen 27. Februar mit 21,6 Grad ein neuer Rekord für das Tagesmaximum im Februar seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1838 registriert. Der alte Rekord stammte vom 29. Februar 1960 mit 17,2 Grad. Der höchste Wert des Landes wurde allerdings mit 23,9 Grad an der Station Remich gemessen. Hier war der vorherige Rekord am 24. Februar 1990 mit 17,9 Grad aufgezeichnet worden.

Niederschlagssummen zerteilendas Großherzogtum in zwei Teile

Die Niederschlagssummen des Winters 2018/2019 zerteilten das Land in zwei Teile. So gab es im Ösling ein leichtes Niederschlagsdefizit, während im Rest des Landes insgesamt ein Überschuss an Niederschlägen im Vergleich zum langjährigen Mittel festzustellen war. Insbesondere im vergangenen Dezember wurden an allen Stationen Niederschlagssummen über denen der Referenzperiode 1981-2010 aufgezeichnet. Vor allem in den ersten drei Dezemberwochen zogen Ausläufer von atlantischen Tiefdruckgebieten über Europa und sorgten für größere Niederschlagsmengen, die die Trockenheit von vergangenem Jahr beendeten. In Clemency und in Remich wurde mit 196 und 144 Millimeter sogar mehr als die doppelte Menge der Referenzperiode (94 beziehungsweise respektive 71 Millimeter) gemessen. Der Januar und der Februar waren hingegen an allen vier Stationen niederschlagsärmer als die Referenzperiode 1981-2010.