LUXEMBURGNIC. DICKEN

Bleibt der Staat doch Aktionär?

Etwas überraschend berichtete gestern Nachmittag Radio 100,7 Neues von der luxemburgischen Frachtfluggesellschaft Cargolux. Demnach sei am Vormittag im gemischten Betriebsrat der Luxair, dem größten Anteilseigner der Cargolux, angekündigt worden, dass Luxair von seinem Aktienbestand von rund 43% am Frachtflieger ein Paket von 8% an den Staat übereignen will. Demnach würde der Luxair eine einzige Aktie mehr verbleiben als die 35%, die der chinesische Investor HCNA an der Cargolux übernehmen will und die er wiederum vom Luxemburger Staat abkaufen wird. Hubert Hollerich vom OGBL bestätigte uns das auf Nachfrage. Eine Staatsbeteiligung sei für die Gewerkschaft stets eine zentrale Forderung gewesen, weil es sich bei Cargolux um ein strategisch wichtiges Unternehmen handele. Zu Recht unterstrich der Radiosender gestern, dass es sich hier um ein völlig neues Momentum handele, weil nach der Transaktion mit einem neuen finanziellen und industriellen Partner, der nunmehr HCNA heißen soll, der Staat sich eigentlich vollständig aus dem Cargolux-Kapital hätte zurückziehen sollen.

Knackpunkt Kapitalerhöhung

Die Politik hatte bislang ausgeschlossen, auf Dauer Anteilseigner der Cargolux zu bleiben. Was die Gründe angeht, die die Luxair dazu bewogen hatten, einen Teil ihres Aktienbestandes zu veräußern, so ist bekannt, dass die Luxair kaum ausreichend finanzielle Reserven hat, um sich in vollem Ausmaß an der für nächstes Jahr geplanten Kapitalerhöhung bei der Cargolux zu beteiligen. Bekanntlich schwebt auch Luxair seit einigen Jahren in der Verlustzone. Die geplanten Änderungen sollen morgen im Rahmen der Sitzung des Luxair-Verwaltungsrates formell beschlossen werden.