LUXEMBURG
NATALIA SLIOUTOVA

„Nobunaga’s Ambition: Sphere of Influence“ von Koei ist ohne Zweifel eines der komplexeren Strategiespiele, dass zur Zeit auf dem Markt kursiert. Es braucht viel Zeit und Geduld, um sich die Mechaniken des Spiels anzueignen und richtig Spaß zu haben, doch das soll Neueinsteiger auf keinen Fall abschrecken. Obwohl das Spiel - genau wie sein Vorgänger - nur so von Optionen und Möglichkeiten strotzt, die einen zu überwältigen drohen, erlaubt der Titel auch einiges an Individualisierung. Vom Schwierigkeitsgrad bis zu selbsterstellten historischen Ereignissen - alles kann verändert und angepasst werden, um das bestmögliche Spielerlebnis zu bekommen.

Aufstieg zum Ruhm durch sorgfältige Planung

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern scheint das Addon „Ascension“ mehr Wert auf wirtschaftliche Elemente zu legen als auf großartige Schlachten und Kriegsszenarien. Im Hauptspielmodus fängt man als kleiner Untertan eines mehr oder minder mächtigen Klans an und muss sich dann seinen Weg so gut es geht nach oben erarbeiten. Dabei gilt es zuerst die Infrastruktur des Landes, das man zugestellt bekommt, auszubauen, um die Einwohner zufriedenzustellen und Rohmaterialien zu gewinnen. Jedes Gebäude und jede Einrichtung - wie Sägewerke, Schmieden und Teehäuser - muss genaustens geplant und platziert werden, um die bestmöglichen Resultate zu erzielen. Ein Sägewerk funktioniert am besten in der Nähe von Flüssen und/oder Wäldern, während ein Markt möglichst zentral liegen sollte. Wenn die Stadt genügend Ressourcen abwirft und die Geschäfte mehr oder minder florieren, kann man sich an den Ausbau des Militärs und die ersten Kriegszüge herantrauen. An einen Sieg gleich bei der ersten Schlachtteilnahme sollte man nicht hoffen, da die eigene Armee noch zu klein dafür sein dürfte, jedoch bringt die Teilnahme Respekt und Anerkennung ein.

Um die Beliebtheit beim Volk zu steigern, sollte man auch ab und zu nach Nebenmissionen Ausschau halten, die in Form von kleinen Fenstern auf der Karte auftauchen.

Noch ein interessanter Unterschied zumVorgängertitel dürfte der „event editor“ sein, in dem man Szenarien erstellen kann, die nach großen historischen Ereignissen eingefügt werden können. Diese können dann auch später mit anderen Spielern online geteilt werden.

Große Schlachten - repetitive Taktiken

Neben den Standardoptionen für die Kriegsführung hat „Ascension“ zwei weitere gänzlich kontrollierbare Schlachtkompositionen eingeführt: Seeschlachten und Belagerungen. Zusammen mit den Standardkämpfen sind sie zu Anfang recht unterhaltsam und verlangen einen gewissen Standard an strategischem Wissen, werden mit der Zeit jedoch repetitiv. Das scheint im Übrigen auch die größte Schwäche des Spiels zu sein.

Mit der Zeit kennt man alle Taktiken, Missionsarten und sonstige Handlungen auswendig, was den Wiederspielwert sinkt. Trotz der kleinen Schwächen und Mängel muss man den Entwicklern aber zugutehalten, wie viel Arbeit und historisches Wissen im Spiel steckt. Auch wenn PC-Spieler ohne Zweifel bessere Titel als „Nobunaga’s Ambition“ finden können, ist er einer der besten Strategie- und Simulationsspiele, die es zurzeit für PS4-Fans gibt.