LUXEMBURG
SARAH GENTILI

VOLT will als revolutionär neue pan-europäische Partei Probleme ansprechen und anpacken

George Penn, 23 Jahre alt, politisch engagiert und Präsident von VOLT Luxemburg, erzählt uns ein wenig über sich und VOLT, eine pan-europäische, politische Partei.

Erzähl mir ein bisschen von Dir. Woher kommst Du?

George Penn Ich bin Brite. Ich wurde in England geboren und bin mit vier oder fünf Jahren nach Luxemburg gezogen. Ich ging zur Europäischen Schule und studierte vier Jahre lang in Wales, wo ich den Bachelor in Ancient History erlangte, meine große Leidenschaft. Außerdem absolvierte ich den Master in International Relations. Ich bin ursprünglich Waliser, da meine Mutter aus Wales stammt. Wir haben dort ziemlich lange gelebt. Auf eine lustige Art und Weise sind sich Wales und Luxemburg sehr ähnlich. Wir haben ebenfalls eine Stahlkultur und mein Großvater war damals Stahlarbeiter. Außerdem hat Luxemburg hervorragende Arbeit geleistet, um seine Sprache zu erhalten. In Wales versuchen wir ebenso die Sprache voranzutreiben. Im Moment arbeite ich in einer kleinen Unternehmensstrategieagentur namens Mason Bower. In meiner Freizeit gehe ich gerne laufen, ich bereite mich gerade auf den ING-Marathon vor. Außerdem lese ich auch gerne und treffe mich gerne mit meinen Freunden.

Kannst Du VOLT in ein paar Sätzen beschreiben?

PENN VOLT ist fundamental neu. Wir sind in jedem europäischen Land in einem gewissen Umfang vertreten und in elf Ländern als Partei registriert. Luxemburg ist am vergangenen Wochenende offiziell Mitglied, was wir offiziell in unserem Board gestimmt haben. Unser vorrangiges Ziel ist die Bewältigung von Problemen die europaweit auftreten. Außerdem glauben wir, dass die meisten Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, nicht nur in Europa, sondern weltweit, mit dem nicht-respektieren von Grenzen zusammenhängt. Hunger, Ungleichheit, Migration und Klimawandel haben keine wirkliche Lösung, sie brauchen einen transnationalen, europaweiten Ansatz, und dafür stehen wir wirklich.

Was ist Deine Position inVOLT im Moment? Was sind die Hauptziele von VOLT Luxembourg?

Penn Ich wurde vor Kurzem einstimmig zum Präsidenten der Partei gewählt. Im Moment ist unser Hauptziel zu wachsen. Wir sind derzeit etwa 20 Mitglieder, aber wir möchten in alle in Luxemburg bestehenden verschiedenen Nationen, die hier vertreten sind, hineinwachsen, weil wir bisher nur einen Drittel luxemburgische Vertretung haben, und diese Zahl muss höher sein.

Langfristig möchten wir einen europäischen Abgeordneten von VOLT bei den Wahlen im Europäischen Parlament im Mai haben. Auf lange Sicht ist es unser Ziel, eine sinnvolle Gemeinschaft in Luxemburg aufbauen. Weil VOLT nicht nur eine politische Partei ist, würde ich es als eine Art neuer Freundeskreis bezeichnen, von dem du nie wusstest, dass du ihn hast. Du gehst zu diesen Ereignissen und siehst, dass diese Menschen, die genauso denken wie du, dieselben Träume, Hoffnungen und Ziele für unser Land haben. Deshalb wollen wir diese Gemeinschaft aufbauen und auch in Luxemburg stärken.

Ich habe das Gefühl, dass diese Botschaft und Denkweise viele junge Leute anziehen könnte. Dieser sozialisierende Aspekt macht aus Politik etwas mehr Spaß, stimmt das?

PENN Genau, Politik wird manchmal so langweilig dargestellt und scheint für Menschen immer weniger zugänglich. Mit VOLT kann man wirklich sehen, wie interessant Politik sein kann und woran die Leute glauben sowie welche Veränderung sie sich wünschen. Darum geht es mir.

Auf VOLTs Website kann man lesen, dass Sie versuchen, die Art und Weise, wie Politik in ganz Europa gehandhabt wird, zu revolutionieren. Was ist mit „revolutionieren“ genau gemeint?

PENN Mit revolutionieren meinen wir, dass wir keine traditionelle linke, rechte oder zentristische Partei sind, wir entsprechen keinem dieser Labels. Im Grunde nehmen wir ein Problem und sprechen es direkt an, ohne uns auf einen ideologischen Hintergrund zu stützen. Die Art und Weise, wie dies getan wird, ist im Wesentlichen eine Debatte mit Menschen auf dem ganzen Kontinent, wie zum Beispiel VOLTs Zuordnung von Richtlinien. Diese 190 Seiten Richtlinien sind sehr umfangreich. Diese Masse an Seiten entstand, weil die Leute tatsächlich sagten, wo Sie ein Problem sahen. Es wurde durch Debatten von Menschen aus allen Ecken und Enden sowie in einem sozialen Umfeld und Kontinent gebildet. Die Kontinente repräsentieren also wirklich das, was wir sagen. Diese Richtlinien sprechen mit dieser Stimme von Leuten.

Wie verläuft die Kommunikation zwischen den anderen Parteien aus den anderen Ländern von VOLT?

PENN Wir haben eine Plattform für VOLT-Mitglieder. In meinen Augen ist es fantastisch, weil es immer ein Ort für heiße Debatten und Diskussionen ist. Ich stehe in stetigem Kontakt mit anderen Parteien und teilweise sogar in täglichem Kontakt mit einigen von ihnen. Wir haben auch wöchentliche Gespräche mit der europäischen Führung.

Wie sieht euer Programm aus?

PENN Die Wahlen zum Europäischen Parlament finden im Mai statt und bis dahin dauert es nicht mehr lange. Wir starten gerade unsere Kampagne. Wir werden sehr bald über unsere Kandidaten nachdenken, es gibt viel zu tun. In VOLT müssen wir Kandidaten wählen, das ist eine grundlegende Praktik jeder Führungsposition. Außerdem müssen wir eine 50/50-Spaltung der Geschlechter gewährleisten. 50 Prozent der Kandidaten in jedem Land werden Kandidatinnen sein.

Im Oktober haben wir für die Amsterdamer Erklärung gestimmt, und dies ist ein Programm, dem wir in jedem Land nachgehen. Es hat im Wesentlichen drei Säulen, die erste bestimmt über die Festlegung der Europäischen Union. Dies wird durch die Verbesserung der Regierungsführung und durch die Schaffung einer stärkeren politischen und physischen Union erreicht. Erreichen werden wir dies durch ein hohes Maß an Transparenz, ein zurzeit sehr brisantes Thema. Die letzte Idee dieser Säule ist die Einbindung und Stärkung der Bürger.

Die zweite Säule besteht darin, die Europäische Union zu einem wirtschaftlichen Motor zu machen, der für alle funktioniert und dies durch Investitionen in die Zukunft, wie Innovation und Bildung. Bildung ist das Fundament unserer Gesellschaft. Wir glauben auch, dass die aktuelle Populismus Bewegung eindeutig von dieser Ungleichheit, Wut und Stimmlosigkeit profitiert, und wir möchten Menschen eine Stimme geben und ihnen vor allem Gehör verleihen.

Die dritte Säule betrifft die umweltpolitische Nachhaltigkeit. Umweltverträgliche Lösungen müssen vorangetrieben werden. Wir müssen uns auf den Klimawandel konzentrieren, der meiner Meinung nach das wichtigste Thema in zehn oder fünfzehn Jahren sein wird. Wir denken, dass Europa mit gutem Beispiel vorangehen sollte. Auch Nachhaltigkeit in Bezug auf unser Wirtschaftssystem muss gerechter werden. Unter dieser Säule befindet sich auch ein nachhaltiger Weg, um unsere Migrationspolitik zu steuern, die einheitlicher sein werden muss.