LUXEMBURG
LJ

Im Herbst sollen etliche Großbaustellen in der Hauptstadt anlaufen

In Beantwortung einer Frage von Claudine Konsbruck (CSV) teilte Bürgermeisterin Polfer in der gestrigen Sitzung des hauptstädtischen Gemeinderates mit, dass mit Datum auf den 19. März der Inhaber des Lokals auf Nummer 8 in der Rue de la Boucherie, also in der Altstadt, aufgefordert wurde, den Bestimmungen des allgemeinen Bebauungsplanes gerecht zu werden. Der neue Plan sieht nämlich vor, dass in diesem Kern der Stadt nur solche Geschäfte eröffnet werden können, die sich im gleichen Rahmen bewegen, wie diejenigen, die dort geschlossen wurden. Da sich bis vor kurzem auf besagter Nummer 8 ein Juwelierladen befand, könne dort keine Geschäftsstelle einer politischen Partei (in diesem Fall der adr, Anmerkung der Redaktion) untergebracht werden. Immobilien- oder Bankagenturen könnten derweil nur dort öffnen, wo sie bereits vor dem Votum des neuen Bebauungsplanes bestanden hätten, präzisierte die Bürgermeisterin.

In puncto Verkehrsreglements votierte der Gemeinderat eine Abänderung der Verkehrsrichtung in der Liszt-Straße in Gasperich, um hier den Verkehrsfluss besser zu gestalten. Mit der Gesamtsituation in diesem Viertel wolle man sich nochmals befassen, wenn erst einmal die neuangelegte Darwin-Straße eröffnet sei, so die Bürgermeisterin. Ein Verkehrskonzept betreffend den Limpertsberg hat man zurzeit nicht. Dort wird die englischsprachige Grundschule bereits nach den Osterferien in die leerstehende Vauban-Schule einziehen. Da man eigentlich erst ab Herbst mit diesem Umzug gerechnet habe, so Schöffe Goldschmidt, könne man jetzt kein Konzept vorlegen, insbesondere da die Gemeinde erst vor vierzehn Tagen vom Staat über den vorgezogenen Termin informiert wurde.

Kartoffelspeisen im ehemaligen Zeitungskiosk

Etwas länger diskutierte der Gemeinderat über eine Konvention mit „Smartdelights sàrl.“, die in dem einstigen Zeitungskiosk auf dem Place du Théâtre einen Kartoffelimbiss („Kumpir/The Happy Potato“) einrichten wird. Für die 19 Quadratmeter fließen 550 Euro monatlich in die Gemeindekasse. Die Miete ist ab dem 1. April fällig. Manche Redner, wie beispielsweise Sam Tanson (déi Gréng) und Sylvia Camarda (DP), hätten an dieser Stelle lieber ein „innovativeres Projekt“ gesehen. Schöffe Serge Wilmes wies darauf hin, dass der Place du Théâtre insgesamt umgestaltet werden und hierfür ein neues Konzept, sozusagen als Gegengewicht zum „Royal Hamilius“, erarbeitet werden soll.

In Bezug auf die mit dem Staat und dem Pensionsfonds abgeschlossene Konvention über die Umsetzung des Teilbebauungsplanes „Cité de la Sécurité sociale“ im Bahnhofsviertel gab es indes keinerlei Diskussion. Immerhin werden die Infrastrukturarbeiten die Stadt über vier Millionen Euro kosten.

Auf der Grundlage einer Konvention wird die Stadt weiterhin den „Cid-Femmes“ mit bis zu 37.000 Euro jährlich unterstützen, der sich für die Gleichheit von Frauen und Männern einsetzt, und einige Aktivitäten in diesem Rahmen in den Schulen der Stadt anbietet. Eine weitere Konvention (beziehungsweise eine Ausweitung der bestehenden Konvention) wurde mit dem Roten Kreuz im Rahmen des Projekts „Housing First“ abgeschlossen, die vor allem den ehemaligen „Einwohnern der Zeltstadt“ in Bonneweg zugutekommt. Unterstützt wird auch das Projekt „Para-Chute“, das von der „Caritas Accueil et Solidarité“ geleitet wird, und für das die CFL die Infrastrukturen zur Verfügung stellt. Es wendet sich an Personen, die im Bahnhofsgebäude und Umgebung umherirren. Allgemein war man der Auffassung, dass es eine solche Struktur auch in Esch und in Ettelbrück geben müsse, und die Bürgermeisterin gab sich gespannt auf die Auswirkungen der Eröffnung eines Foyers Ende des Jahres in Esch-Alzette.

Erweiterung des Wasserreservoirs auf Limpertsberg

Einstimmig angenommen wurde der Kostenvoranschlag für die Modernisierung und den Ausbau der Wasserbehälter auf Limpertsberg. Das alte Reservoir stammt aus dem Jahr 1886, der sichtbare Wasserturm aus dem Jahr 1902. Die Fassade der Gebäude soll auch auf das Zusatzinventar der schützenswerten Gebäude gesetzt werden. Die Bäume, die sich auf dem Grundstück befinden, sollen erhalten bleiben. Der Spielplatz wird während der Arbeiten möglichst naheliegend verlegt. Wie Schöffin Beissel meinte, sei man zurzeit bemüht, das Verhältnis Wasser aus eigenen Quellen/SEBES-Wasser wieder auf eine 50/50-Quote zu drücken, wird aktuell doch prozentual mehr SEBES-Wasser in der Hauptstadt getrunken.

Erneuerung der Netze zwischen „Stäreplaz“und „Place de Paris“

Die Tramtrasse zwischen dem Place de l’Etoile und dem Place de Paris stand anschließend zur Debatte. Dabei ging es nicht um den Schienenstrang an sich, sondern einzig um die unterirdischen Netze (Wasser, Kanal, Glasfiber…), die die Stadt im Zuge der Verlegung der Tramgleise für 6,6 Millionen Euro erneuern will. Bereits im Oktober sollen die ersten Arbeiten gleich an sechs Stellen anlaufen, für die erst nach dem Votum des Gemeinderates die Ausschreibungen getätigt werden können. Insgesamt ist eine Arbeitsdauer von neun Monaten vorgesehen. Ein Pferdefuß stellt der bisherige „Pôle d‘échange“ für Busse in der Rue Emile Reuter dar, der zur „Stäreplaz“ verlegt wird. Gleichzeitig wird eine Busspur auf dem Boulevard Grande-Duchesse Charlotte geschaffen. Die bidirektionale Fahrradpiste, die in der Avenue de la Liberté entstehen soll, wird eine 2,5 Meter breite Spur bekommen. Allgemein war man sich im Gemeinderat einig, dass eine großangelegte Informationsversammlung wünschenswert sei. Bürgermeisterin Polfer sah dies auch so, wies aber darauf hin, dass die Gesellschaft LuxTram für alle Arbeiten im Rahmen der Trambahn zuständig sei.

Bürgermeisterin Polfer freute sich auch, dass man in puncto „Stäreplaz“ seit kurzem nur mehr mit einem einzigen Eigentümer zu tun habe, und dass demnach ein Ende der Wartezeit in Sicht sei, was die Urbanisierung dieses Eingangstores zur Stadt anbelangt.