LUXEMBURG
LUC SPADA

„Wie war es in der Schule?“, wollten die Eltern von ihren neu eingeschulten Kindern in Berlin wissen. Anders als in Luxemburg, haben die Grundschulen in der deutschen Hauptstadt bereits begonnen. Einschulung. Ein Wort, das auf wenig Spaß hoffen lässt. Das ist aber mehr wegen des Wortes, als wegen der Lehranstalt. Bestenfalls.

E I N S C H U L U N G. Als würde den Sprösslingen die gesamte Einrichtung über den Kopf gezogen werden. Und nie wieder dürften sie raus. Die Antworten auf die oben gestellte Frage fielen dementsprechend verschieden aus. Voll cool. Mega langweilig. G. hat mir mein Brot geklaut. Ich will nie wieder dorthin zurück.

Für die Neuankömmlinge wird eine neue Zeit beginnen, eine der vielen Fragen.

„Habt ihr noch Fragen?“, wird ein Satz sein, den sie öfters von ihren Lehrern hören werden. Und dann wird sich der Großteil der Klasse nicht melden, weil die zukünftigen Steuerzahlerinnen noch scheu und zurückhaltend sind.

Irgendwann, nach vielen erlebten und durchlebten Sommern, tauchen noch mehr Fragen auf. Welche Universität? Muss es überhaupt eine Universität sein? Vielleicht eine Ausbildung? Aber welche? Will ich viel Geld oder will ich genug Geld? Warum überhaupt Geld?

Und so ist Mensch ganz plötzlich 18, 25, 30, die Jahre vergehen bekanntlich wie im Flug. Ein Flug, der startet, endet, dazwischen gelegentlich abstürzt, Neustarts sind mehr die Regel, als die Ausnahme. Mit Ausnahme dieser Mustermenschen, gelungener Start, angenehmer Flug, saubere Landung, friedliches Ende.

Letztere Reise gelingt am besten, wenn er oder sie sich nicht allzu viele Fragen stellen. Solche, die auch schon früher nie Fragen hatten, wenn sie welche hätten stellen dürfen. Augen zu und durch. Das Leben so hinnehmen, wie es einem dargeboten wird. Ein kleiner Applaus zum Schluss.

Wenn unterwegs dann doch was schief geht, kommt nicht selten die Frage „Warum wir?“, „Warum muss ausgerechnet uns so etwas Schlimmes passieren?“ auf.

„Warum nicht?“, könnte die Gegenfrage lauten, aber sie führt nirgendwohin.

„Walk the line“, sich nicht zu viele Fragen stellen, ohne die Scheuklappen aufzusetzen, ohne blöd und stumpf zu sein. Einige reden diesbezüglich von Lebenskünstlern, andere von Lifestyle.

Wie man es auch macht, es wird schon falsch, es wird schon richtig, es wird auch immer ein bisschen egal, auch immer ein bisschen wichtig sein. „Wie geht es dir?“, ist eine der meistgestellten Fragen und die Antwort ist selten wirklich wahr und rar falsch. Es wird schon gehen.