LUXEMBURG
LJ MIT EU-KOMMISSION

Nur 27% der EU-Bürger kennen den europäischen Notruf 112

Mit einem Appell an die europäischen Reiseveranstalter hat die EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, Neelie Kroes, gestern die diesjährige Kampagne für die Promotion der europäischen Notfallnummer 112 gestartet.

Am europäischen Tag des Notrufs 112, der seit 2009 begangen wird, ruft Kroes die Unternehmen im Reisebereich dazu auf, ihre Kunden darauf aufmerksam zu machen, dass sie im Falle des Falles überall in der EU die Nummer 112 wählen können, um sofortige Hilfe zu erhalten. Zwar wurde der europaweite Notruf bereits 1991 eingeführt, den wenigsten Bürgern ist die Nummer allerdings bekannt: Wie aus einer gestern veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage hervorgeht, wissen nur 27% Bürger über den Nutzen der Nummer Bescheid. In Luxemburg sind es 53%.

Die 112 ist aus dem Fest- und Mobilfunknetz von jedem Ort der EU gebührenfrei erreichbar. Sie verbindet den Anrufer mit dem zuständigen Notrufdienst (örtliche Polizei, Feuerwehr oder Notarzt), dessen Mitarbeiter Anrufe in verschiedenen europäischen Sprachen entgegennehmen. Die Nummer ist ganzjährig rund um die Uhr erreichbar. Der Notruf 112 funktioniert nun in allen EU-Mitgliedstaaten neben etwaigen sonstigen nationalen Notrufnummern (wie 999 oder 110).

Dänemark, Finnland, Malta, die Niederlande, Portugal, Rumänien und Schweden haben sogar beschlossen, die 112 zu ihrer landesweit einzigen oder Haupt-Notrufnummer zu machen. Darüber hinaus wird die 112 auch außerhalb der EU verwendet, z. B. in der Schweiz, Kroatien, Montenegro und der Türkei.

Reiseveranstalter bemühen sich

Kroes bekam gleich positives Feedback von der „European Travel Agents‘ and Tour Operators‘ Association“.

„ECTAA unterstützt die Kampagne der Kommission zur Bekanntmachung des Notrufs 112. Wir freuen uns, unseren Teil dazu beitragen zu können. Eine einzige Notrufnummer in der gesamten EU ist für Reisende – unsere Kunden – sehr nützlich, denn sie kennen nicht unbedingt die lokalen Notrufnummern, wenn sie außerhalb ihres Heimatlandes unterwegs sind“, sagte Präsident Boris Zgomba.