LUXEMBURG/STEINSEL
LJ

Skelettfund in Steinsel war kein Fall für die Polizei, sondern für die Archäologen

Es ist nicht gerade das, was man im Vorgarten finden möchte - eine skelettierte Leiche. Immerhin tauchte das Skelett nicht bei der herbstlichen Gartenarbeit auf, was einen Gärtner oder eine Gärtnerin bis ins Mark erschreckt hätte. Archäologen haben den oder die Unbekannte mitten in Steinsel gefunden.

Präventive Grabungen vor Baubeginn

Gefunden wurde das Skelett im Rahmen einer präventiven Grabung in der Umgebung der Steinseler Kirche. Ein Investor will dort einen Teilbebauungsplan (PAP) realisieren. Um unliebsame archäologische Überraschungen bei den Ausschachtungsarbeiten zu vermeiden, die zu einer - teuren - Bauverzögerungen führen würden oder die Vernichtung von Bodendenkmäler provozieren würde, hatte der nationale Archäologische Dienst (Centre national de recherche archéologique) Gelegenheit, das als mögliches Fundgebiet eingeschätzte Bauland vorab zu untersuchen. Quasi erwartungsgemäß stießen die Archäologen auch auf römische Mauerreste.

Bei den weiteren Grabungen wurde dann das Grab mit dem menschlichen Skelett nur wenige Meter vor einer bestehenden Hauswand freigelegt. Einerseits ist diese knöcherne Leiche bestimmt kein Fall für die Polizei, andererseits wurde sie nicht auf einem ordentlichen Friedhof bestattet. Aber offensichtlich auch nicht achtlos verscharrt, wie die Fotos zeigen. Vielleicht wurden er oder sie bewusst außerhalb
der Friedhofsmauern und der „geweihten“ Friedhofserde beigesetzt? Noch sind solche Überlegungen pure Spekulation.

Das genaue Alter muss noch bestimmt werden

Die Wissenschaftlerinnen des Archäologischen Dienstes haben das Skelett vorläufig auf ein Mindestalter von 150 bis 200 Jahren datiert und die Knochen nach strengen wissenschaftlichen Standards geborgen. Weiter Erkenntnisse müssen jetzt sorgfältige Untersuchungen im Forschungslabor erbringen. Man darf auf die Ergebnisse gespannt sein.