Marco Jahn und Stefan Scalla hatten sich auf der Berufsschule in Deutschland kennengelernt, wo sie Freundschaft schlossen. Während sich Scalla nach der Ausbildung auf die Filmhochschule vorbereitete, arbeitete Jahn als Freischaffender, bis beide den Entschluss fassten, sich gemeinsam selbstständig zu machen und das eigene Unternehmen „FrameArt Media“ zu gründen. Heute beschäftigt ihre Produktionsfirma für Filmkommunikation acht Personen, hauptsächlich Mediengestalter Bild und Ton, und zählt bekannte Namen zu den Kunden.
Ihr Unternehmen macht im weitesten Sinne Werbung?
Stefan Scalla Das Kerngeschäft von uns ist natürlich filmische Werbung. Darüber hinaus haben wir eine ganze Palette an weiteren Dienstleistungen und Produkten, das reicht von Lehrfilmen über Dokumentationen - beispielsweise über die verschiedenen Prozesse einer Baustelle - oder auch Werbesports für Fernsehen, Kino oder Internet sowie Imagefilme für Unternehmen. Es können auch Testimonials sein, die gerne von Unternehmen genutzt werden. Das sind Clips, in denen zufriedene Kunden zu Wort kommen, was Firmen als Referenz dient und die über Mail, Youtube und auf anderen Wegen dem Publikum präsentiert werden. Es reicht ja nicht, ein gutes Produkt zu haben, wenn niemand davon weiß.
Wie hat alles angefangen?
Marco Jahn Gestartet haben wir beide das Unternehmen 2010 in Wasserbillig in einem 20-Quadratmeter-Büro; seit 2012 sind wir in Mertert. Unsere Lehrfilme wollten wir international vertreiben, und da schien uns Luxemburg eben als Herz Europas. Nach knapp einem Jahr konnten wir den ersten Mitarbeiter einstellen, der bei uns seine Ausbildung beendete und seitdem hier angestellt ist. Etwa 70 Prozent unserer Kunden kommen heute aus Luxemburg, 30 Prozent von außerhalb, das reicht von kleinen und mittelständigen Unternehmen bis zu großen Konzernen, von Werbeagenturen bis zu öffentlichen Auftraggebern. Ein Kunde rief einmal aus China an, was uns erst sehr überraschte. Dann drehten wir in Peking einen Film für einen chinesischen Immobilien-Investor; das kommt auch nicht alle Tage vor.
Das klingt so als hätten Sie sich mit FrameArt Media Ihren Lebenstraum erfüllt?
Scalla und Jahn Ja, das kann man so sagen, auch wenn es vielleicht etwas hochtrabend klingt.
Scalla Mein Ziel war seit jeher, filmische Inhalte auf kreative Art und Weise umzusetzen, ursprünglich hatte ich deswegen einmal vor, in München Regie zu studieren, während Jahn schon zu Ausbildungszeiten wusste, dass er sich danach selbstständig machen wollte. Damals starteten wir eigene Projekte im Werbe- und Unternehmens-Image-Bereich, was sehr erfolgreich anlief, zum Beispiel eine Lehrfilmproduktion für Berufs-LKW-Fahrer in Europa. Der Film kam gut an und versetzte uns in die Lage, unsere Ideen in die Tat umzusetzen und in Technik zu investieren, wie sie in Hollywoodspielfilmen zu Einsatz kommt, zum Beispiel eine Red-One-Kamera, die auch im „Fluch der Karibik“ verwendet wurde. Wir sind schon sehr technikverliebt, und jedesmal, wenn wir etwas Neues für das Unternehmen anschaffen, freuen wir uns wir kleine Kinder (lacht.)
Jahn Üblich ist in der Branche eigentlich, das gesamte Equipment kostenpflichtig extern zu mieten, wir wollten aber größtmögliche Flexibilität durch eigene Kameras, eigene Lichttechnik, eigenem Kamerawagen und so weiter.
War es bis zu diesem „Durchbruch“ schwierig?
Jahn Ganz am Anfang, das erste halbe Jahr, ja, das war schon nicht leicht. Als Werbeproduktionsfirma, die keiner kennt, bekommt man auch kaum Buchungen. Mit kleinen Projekten machten wir uns aber nach und nach einen Namen.
Scalla Dass es sich dann so rasant entwickeln würde, damit hätten wir nicht gerechnet. Unser Anspruch war aber stets, das beste Ergebnis zu liefern, denn unsere Filme sind ja stets auch unsere Visitenkarte.
Jahn Übrigens ist unser erster Mitarbeiter, von dem ich sprach, heute nicht hier, weil er unser erster Kameramann ist, der just am heutigen Tag einen „Oscar“ bekam (lacht und zeigt auf dem Handy das Foto eines Neugeborenen).
Scalla Seine Frau hat heute Morgen ihr erstes Kind geboren: Oskar.




